Neue Fangschiffe getauft

Fischereistandort Cuxhaven ist quicklebendig

15.01.2018

Die Deutsche Fischfang Union hat für rund 80 Millionen Euro zwei neue Trawler gekauft. Dazu ein Kommentar von Felix Weiper.

Der kalte Wind fuhr den rund 400 Gästen, die am Freitag zur Taufe der beiden neuen Schiffe der Deutschen Fischfang Union (DFFU) ans Steubenhöft gekommen waren, in die Kleider. Und doch hatte dieser ruppige Januartag etwas Feierliches und Identitätsstiftendes. Die Fischerei hat Cuxhaven groß gemacht. Sie hat hier Tradition. Und sie behauptet sich als einer der bedeutendsten regionalen Wirtschaftszweige – mit namhaften Unternehmen in der Stadt und im Umland, die rund 1000 Arbeitsplätze bieten, modern aufgestellt sind und zu den zuverlässigen Gewerbesteuerzahlern gehören.

Der Fischereistandort Cuxhaven lebt. Das haben alle gespürt, die gestern die neuen Fischfangfabriken in Augenschein genommen haben. Noch in diesem Jahr wird auch die Cuxhavener Kutterfisch-Zentrale GmbH zwei nagelneue Schiffe in Empfang nehmen und sie auf Fischfangreisen schicken. Die Branche – das muss man ihr bescheinigen – zeigt sich couragiert, investitions- und innovationsfreudig. Das ist jedoch alles andere als selbstverständlich. Denn die Investitionen erfolgen in einer Zeit, in der die europäische Fischerei mit Risiken konfrontiert ist. Neben dem mit Unsicherheiten verknüpften Gerangel um Quoten ist es vor allem ein drohender harter Brexit, der die Branche unter Druck setzt. Sollte der Zugang zu den so wichtigen Fanggebieten in britischen Gewässern deutlich beschränkt oder gar verhindert werden, wäre das ein gewaltiger Schlag ins Kontor. Die Gefahr ist real. Sollte etwa Großbritannien seinen Anspruch auf die halbe Nordsee vollständig durchsetzen, beträfe dies 50 Prozent der gesamtdeutschen Fangmenge und 30 Prozent der Gesamtumsätze, warnte etwa der Deutsche Hochseefischerei-Verband.

Staatssekretär Hermann Onko Aeikens aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium sprach beim Festakt davon, die Brexit-Verhandlungen seien belastend für die Fischerei. Im Klartext: Es ist alles andere als sicher, dass im Konflikt mit dem Vereinigten Königreich eine Einigung erzielt werden kann, die allen Seiten gerecht wird. Das Ego der Briten ist stark ausgeprägt. Man kann nur hoffen, dass die Politik einen guten Job macht. Die Fischindustrie ist darauf angewiesen.

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