Das Ölaufklärungs-Flugzeug "Do 228" des Havariekommandos. Foto: Archiv
24 Fälle aufgeklärt

Flugzeuge dokumentieren Verschmutzungen in der Nordsee

30.01.2020

KREIS CUXHAVEN. Mit zwei Sensorflugzeugen hat das Havariekommando im vergangenen Jahr 130 Verschmutzungen in Nord- und Ostsee dokumentiert.

Das teilte die Einrichtung des Bundes und der Küstenländer am Mittwoch mit. Knapp 50 Fälle betrafen demnach deutsche Gewässer, ein möglicher Verursacher konnte in 24 Fällen identifiziert werden.

An Nachbarstaaten weitergegeben

Im Vergleich zu 2018 habe es keine deutliche Veränderung gegeben, hieß es. "Die geringe Anzahl der Schadstoffeinleitungen bestätigt auch die präventive Wirkung der Sensorflugzeuge", sagte Dirk Reichenbach vom Havariekommando. Die Verschmutzungen betrafen demnach jeweils eine Menge von weniger als 400 Litern. Informationen zu rund 80 Verschmutzungen, die in Gebieten der Niederlande, Dänemark und Schweden festgestellt wurden, gab das Havariekommando an die betroffenen Nachbarstaaten weiter.

Hauptschifffahrtsrouten und Bohrplattformen

Nach der Auswertung gab es Verschmutzungen vor allem entlang der Hauptschifffahrtsrouten und im Bereich der Bohrplattformen. Bei rund einem Fünftel der gefundenen Verschmutzungen konnte Öl als Schadstoff festgestellt werden. Bei den restlichen Fällen konnte der Schadstoff per Flugzeug nicht näher identifiziert werden. "Diese Verschmutzungen wurden zur weiteren Ermittlung an die Polizeibehörden oder an die Nachbarstaaten weitergeleitet", hieß es.

Satellitendienst unterstützt Ölsuche

Die Ölsuche in der Nord- und Ostsee wird durch den Satellitendienst "CleanSeaNet" der Europäischen Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs (EMSA) unterstützt. Dem Havariekommando zufolge liefern Satellitenbilder Anhaltspunkte für mögliche Verschmutzungen in der Nord- und Ostsee. Die Sensorflugzeuge überprüfen die Hinweise während der Überwachungsflüge. Im vergangenen Jahr flogen die beiden Sensorflugzeuge vom Typ Do 228 insgesamt 574 Einsätze, davon 284 in der Nordsee und 290 in der Ostsee. Basis der Flugzeuge ist der Marinefliegerstützpunkt Nordholz nahe Cuxhaven. (dpa)

CNV-Nachrichten-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.



Lesen Sie auch...
Wattwagenfahrer in Not

Umweltminister Lies: Land plant Lösung für das Duhner Loch

von Thomas Sassen | 23.07.2021

CUXHAVEN. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) versprach den in ihrer Existens bedrohten Cuxhavener und Neuwerker Wattwagenbetreibern, eine Lösung für den immer tiefer werdenden Priel, das Duhner Loch zu finden. Allerdings nicht mehr in diesem Jahr. 

Drei Verletzte

Wattwagen-Unfall vor Cuxhaven: Gericht stellt Szenario nach

22.07.2021

CUXHAVEN/NEUWERK. Bei einem Ortstermin auf der Nordseeinsel Neuwerk hat das Amtsgericht Hamburg am Donnerstag den Hergang eines Wattkutschenunfalls im Watt vor Cuxhaven mit drei Verletzten zu klären versucht.

Zählung abgeschlossen

Population wächst: Mehr Kegelrobben im Wattenmeer

17.07.2021

KREIS CUXHAVEN. Frohe tierische Kunde aus dem Wattenmeer: Es gibt mehr Kegelrobben im Nordwesten Deutschlands.

Altlasten in Nord- und Ostsee

Kreis Cuxhaven: Tickende Zeitbomben in der Nordsee - EU-Kommission bezieht Stellung

von Wiebke Kramp | 05.07.2021

KREIS CUXHAVEN. Es sind tickende Zeitbomben. Im Meer rottet tonnenweise Kriegsschrott vor sich hin und kann zu einer Umweltgefahr werden.