Häufig müssen die Gasmonteure solche Brennerdüsen austauschen. Foto: EWE
Energieversorgung

Gas-Umstellung: Auch Hemmoor ist an der Reihe

03.08.2019

HEMMOOR. Ein großer Teil Deutschlands bezieht sein Erdgas aus den Niederlanden - noch. Denn unser Nachbar kann bereits ab 2030 kein Erdgas mehr nach Deutschland liefern.

Betroffen ist von diesem Lieferstopp auch ein großer Teil der Weser-Elbe-Region. Daher stellt das Unternehmen EWE Netz GmbH bereits alle betroffenen Erdgasgeräte in der Region schrittweise auf eine alternative Gassorte um - jetzt auch in Hemmoor.

H-Gas, das künftig verwendet wird, kommt vorrangig aus Norwegen, Russland und Großbritannien. Jetzt startet in Hemmoor und in der nahen Umgebung die letzte Phase: Die Geräte werden an H-Gas angepasst.

"Mit dem Projekt setzen wir einen Bundesauftrag um, damit Verbraucher auch nach dem Ende der Gaslieferungen noch eine warme Heizung und warmes Wasser haben", beschreibt Niels Neunaber das Ziel der Erdgasumstellung. Neunaber ist bei EWE Netz Technischer Koordinator für das Projekt. "Aus unserer bisherigen Projekterfahrung können wir sagen, dass wir über 98 Prozent aller Geräte erfolgreich an das H-Gas anpassen können", freut sich Neunaber. Auch ältere Geräte, die zum Beispiel 20 oder 25 Jahre alt sind, stellen in der Regel kein Problem für EWE Netz dar.

Mitte September leitet EWE Netz dann erstmals das H-Gas in Hemmoor und in der nahen Umgebung ein. Die Region wird dann vorübergehend eine kleine autonome Gas-Insel, in der man das H-Gas aus Norwegen, Russland und Großbritannien verwendet.

In der direkten Nachbarschaft, zum Beispiel in Otterndorf und Bad Bederkesa, strömt unterdessen noch eine ganze Weile das niederländische L-Erdgas. "Die Übergänge sind hier fließend, weil die Gasnetze nicht identisch sind mit den Grenzen der Landkreise und Orte", so Neunaber weiter.

EWE Netz sendet allen betroffenen Kunden Termine für die Anpassung der Gasgeräte per Einschreiben zu. Niels Neunaber warnt: "Falls Kunden die Termine nicht wahrnehmen, kann es unter Umständen geschehen, dass wir sie zu ihrem eigenen Schutz vorübergehend von der Erdgasversorgung nehmen müssen, bevor wir das H-Gas in der Region Hemmoor einleiten. Wir können den Termin für das Umschalten der gesamten Region auf H-Gas leider nicht für einzelne Kunden verschieben", erklärt er und fährt fort: "Sollte ein Gerät noch auf das niederländische L-Gas eingestellt sein, aber bereits mit dem alternativen H-Gas versorgt werden, kann es vorkommen, dass bei einzelnen Gasgeräten in der Verbrennung sehr hohe Kohlenmonoxid-Werte auftreten."

Kohlenmonoxid ist ein Atemgift. Sollte es in die Raumluft gelangen, könnte für die Anwohner unter Umständen sogar Gefahr für Leib und Leben bestehen: "Daher müssen wir zum Schutz der Anwohner so stringent reagieren. Sicherheit geht hier dann auch vor Wärme-Komfort."

Es gibt allerdings auch Gasgeräte, die können erst dann an H-Gas angepasst werden, wenn sie bereits mit dem H-Gas versorgt werden: "Auch diese Kunden erhalten von uns immer entsprechende Termine, damit wir auch für diese Kunden Sicherheit gewährleisten können."

Bei Fragen bietet EWE Netz eine Hotline an: 08 00-678 00 00 oder per E-Mail: erdgasumstellung@ewe-netz.de.

"H-Gas-Insel" ab Mitte September:

Ab Mitte September werden einige Orte in unserer Region zu einer "H-Gas-Insel". In den nachfolgenden Orten (oder in Teilen der Kommunen) passt EWE Netz ab jetzt nach eigenen Angaben Gasgeräte an H-Gas an: Balje, Belum, Bülkau, Cadenberge, Drochtersen, Freiburg, Geversdorf, Hechthausen, Hemmoor, Stadt Krummendeich, Lamstedt, Mittelstenahe, Neuhaus, Oberndorf, Oederquart, Osten, Wingst und Wischhafen.

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