Mitglieder der Band "Satoltelamanderfanz" posieren gemeinsam mit der Markthexe Chibraxa. Allesamt sind sie für den unterhaltsamen Teil des "Historienspektakels" im Fort zuständig. Foto: Koppe
23. Historienspektakel

Gaukler und Handwerker: 23. Historienspektakel in Cuxhaven eröffnet

von Kai Koppe | 04.08.2022

CUXHAVEN. Der im Fort Kugelbake aufgebaute Mittelmarkt ist eröffnet. Noch bis einschließlich Sonnabend läuft das 23. Historienspektakel in Cuxhaven.

Abzutauchen in längst vergangene Zeiten - diese Gelegenheit bietet sich im Cuxhavener Fort Kugelbake noch bis einschließlich Sonnabend. So lange läuft dort das "23. Historienspektakel", das großen und kleinen Besuchern die Sitten und Gebräuche des Mittelalters näher bringen möchte. 

Dass es vor allem für Kinder eine ganze Menge zu entdecken gibt, wurde bereits an Tag eins des Spektakels (Donnerstag) offenbar: Nachwuchs-Ritter durften sich im Umgang mit Bogen oder Armbrust üben. Und unter Umständen sogar ein praktisches Souvenir mit nach Hause nehmen: Einen hölzernen Eimer, selbst gemacht unter fachkundiger Anleitung. "Dauert nur eine Viertelstunde", versicherte Böttcher Heino Glantz, der die Dauben, aus denen das Gefäß zusammengesetzt wird, bereits vorproduziert hatten. Der Wahl-Brandenburger ist ein gefragter Mann auf Mittelaltermärkten landauf, landab: Zunftkollegen gebe es einige, aber kaum jemanden, der Kindern die alte Handwerkskunst näherbringe. Die meisten Marktbeschicker, die unter den Zeltdächern im Rund des Forts weben, spinnen, Holz oder Metall bearbeiten sind Autodidakten. 

Bürgerliche Existenz bleibt an den Markttagen außen vor

"Im bürgerlichen Leben bin ich Maler", sagt der Schmied, der einen Eisenstab im 1300 Grad heißen Kohlefeuer zur Rotglut bringt, um ihn anschließend mit dem Hammer in Form zu bringen. Kraft sei dabei nicht das Ausschlaggebende, man brauche allerdings ein wenig Geschick: Dann entstehen Pfeilspitzen, Messer oder Amulette, die den historischen Originalen nachempfunden sind. Authentisch klingen auch die Band "Satoltelamanderfanz", die den zur Vormittagsstunde schon in überraschend großer Zahl erschienenen Gästen einheizt. Dudelsack, Fiedel, Laute - in die Schublade "Mittelalter-Folk" möchte sich Sängerin Tara trotz allem nicht stecken lassen. "Was wir hier machen ist eigentlich post-gothischer Ethno-Swing", betont sie und lacht. 22 Jahre existiere die Band, ihre Szene-Biografie reiche aber noch weiter zurück. "Ich war in Potsdam auf einem Mittelaltermarkt und wusste gleich: Das ist es!". 

Von Anfang an Feuer und Flamme

Kostüme schneidern, in eine andere Rollen schlüpfen: Der Faszination, die mit den Historienspektakeln einhergeht, konnte sich auch Clarissa nicht entziehen, die sich als Cara van de Tann vorstellt und zum in Döse stattfindenden Markt den JackScha-Clan mitgebracht hat. Das ist - im weitesten Sinne - die eigene Familie, die (in stilechten Outfits) auf dem Platz ihr Lager aufgeschlagen hat - so wie es unsere Vorfahren bei den in grauer Vorzeit stattfindenden Markttagen gemacht haben mögen. "Ein Hobby" ist die Sache mit dem Mittelaltermarkt übrigens auch für den Veranstalter: Joachim Rudolf organisiert drei bis vier Märkte im Jahr und ist auch im Nordseeheilbad längst Stammgast mit seiner Veranstaltung. "An diesen drei Tagen haben wir hier 40 Stände und circa 150 Mitwirkende", sagt der Rostocker, der zum Wochenende hin mit regem Markttreiben rechnet.

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Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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