Das Atomkraftwerk in Brunsbüttel Foto: Marks/dpa
Kommentar zu Bürgerinitiative

Großartiger Einsatz für die Elbe gegen AKW-Einleitungen

von Wiebke Kramp | 19.05.2019

Eine Bürgerinitiative, die sich gegen den Rückbau des Atomkraftwerks in Brunsbüttel auflehnt, feiert einen Teilerfolg. Dazu ein Kommentar von Wiebke Kramp.

Hut ab! Die Bürgerinitiative "Aktionsgemeinschaft zum verantwortungsvollen Rückbau von Atomkraftwerken" und die BUND-Kreisgruppe haben bewiesen, wie Widerstand funktioniert. Sie dürfen sich mit Fug und Recht auf die Fahnen schreiben, sich für Natur und Umwelt an der Elbe erfolgreich eingesetzt zu haben.

Durch Einsatz und ihre Einwände haben sie jetzt erreicht, dass es zu einer deutlichen Senkung von radioaktiv-belasteten Einleitungen in die Elbe beim Rückbau des Atomkraftwerkes Brunsbüttel kommt und aktuelle Filtertechnik angewandt wird.

Geschafft haben sie dies mit Beharrlichkeit, gekoppelt mit hoher fachlicher Kompetenz, sachlicher Auseinandersetzung, aber vor allem auch durch Gesprächsbereitschaft auf Augenhöhe und letzten Endes Kompromissfähigkeit - und dies sogar, ohne Gerichte bemühen zu müssen. Es wurde hinbekommen, dass zwischen Betreiber, Politik, Verwaltung und Umweltverbänden ein tragfähiger und zukunftsweisender Konsens erzielt werden konnte. Als Kern der Einigung mit Betreibern, Politik und Atombehörde sieht die Cuxland-Initiative die Absenkung der Einleitung auf 2,7 Prozent des gegenwärtig gültigen und atomrechtlich genehmigten Grenzwertes sowie die Schaffung eines Kontrollgremiums, das den AKW-Rückbau in Brunsbüttel begleitet.

Ein großartiger Erfolg, der noch weitere Kreise ziehen dürfte. Denn die jetzt erzielten Umweltstandards könnten eine Vorreiterrolle beim Rückbau von weiteren Atommeilern übernehmen.

Der breite Widerstand hat deutlich gezeigt, der Schutz von Natur, Umwelt und Gesundheit liegt den Menschen am Herzen.

Es lohnt sich also doch, wenn Bürgerinnen und Bürger ganz basisdemokratisch aufstehen, um Wirtschaft und Politik in die Schranken zu weisen. Nicht nur beim Thema Hambacher Forst, auch hier bei uns oben an der Elbe. Ein breites bürgerschaftliches Bündnis hat unmissverständlich mit Unterschriften und Aktionen deutlich gemacht, wo die Grenzen liegen. Eine vermeidbare radioaktive Kontamination des Ökosystems Elbe findet hierzulande eben keine Akzeptanz.

Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

wkramp@no-spamcuxonline.de

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