Die Grundschule Otterndorf soll saniert werden. Foto: Archiv
Kommentar zum Umbau

Grundschule Otterndorf: Sanierungskosten im Blick

von Christian Mangels | 12.07.2019

Wer ein altes Haus saniert, der weiß: So ein Projekt kostet Zeit, Nerven und vor allem Geld. Das ist bei der Otterndorfer Grundschule nicht anders.

127 Jahre hat die alte Dame schon auf dem Buckel - und benötigt dringend eine Frischzellenkur. Und die soll sie jetzt bekommen. Rund 9,2 Millionen Euro werden Sanierung und Erweiterung der Schule nach der aktuellen Architekten-Schätzung kosten.

Es ist das größte Bauvorhaben in der Geschichte der Samtgemeinde Land Hadeln und das Lieblingsprojekt von Harald Zahrte. Der Samtgemeindebürgermeister und Stadtdirektor - nach der Wahlniederlage in Cuxhaven jetzt wieder voll im Hadeln-Modus - treibt die Sanierung flott voran und hat dabei den Samtgemeindeausschuss auf seiner Seite, der im Mai grünes Licht für das Mammutprojekt gegeben hat.

Doch die Zustimmung bröckelt: Aus allen politischen Richtungen war zuletzt Kritik laut geworden an den Sanierungsplänen. Die Befürchtung wächst, dass die Kosten ausufern und der Samtgemeinde eines Tages schmerzhaft auf die Füße fallen könnten. Schon jetzt, in der Planungsphase, tauchen die ersten Zusatzausgaben auf: rund 60 000 für Waschbecken in den Klassenräumen und 110 000 Euro für die Erneuerung der Heizkörper. Auch die Auslagerung der Schulklassen während der Bauphase wird nicht kostenneutral über die Bühne gehen. Verheben sich Zahrte und sein Kämmerer an dem Projekt?

Die Alternativmöglichkeit wurde meines Erachtens nicht ausreichend geprüft und diskutiert: ein Neubau auf der grünen Wiese. Blickt man auf die Energie- und Folgekosten wäre es womöglich die effektivere und wirtschaftlichere Lösung gewesen. Und der denkmalgeschützte Altbau? Dort hätte man die Samtgemeindeverwaltung unterbringen können, die ja bekanntlich aus allen Nähten platzt.

Nun, der Zug ist abgefahren, die Schule wird saniert. Deshalb heißt es jetzt: Augen auf - damit die Kosten nicht durch die Decke gehen. Die Samtgemeinde-Politik sollte das Projekt genau (und vor allem kritisch) im Blick behalten und gegebenenfalls auf eine Kostendeckelung drängen. Andernfalls wird die Grundschule demnächst in einem Atemzug mit der Hamburger Elbphilharmonie oder dem Berliner Flughafen genannt.

Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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