Der Stint gilt als Schlüsselspezies für das Ökosystem der Elbe. Laut Gutachten ist sein Bestand durch menschliche Eingriffe akut gefährdet. Foto: Schulze / dpa
Baggerarbeiten

Gutachten nennt Grund für Stint-Rückgang in der Elbe

01.03.2020

KREIS CUXHAVEN. Ein Gutachten der Stiftung Lebensraum Elbe gibt Aufschluss über die Ursachen des rapiden Rückganges der Stint-Population in der Elbe.

Danach haben vor allem die Baggerarbeiten mittels des sogenannten "Wasserinjektionsverfahrens" einen erheblichen Einfluss auf die Stintbestände. Bei diesem Verfahren werden jährlich viele Millionen Kubikmeter Wasser entnommen und in den Elbgrund gepresst, um so das Sediment zu verflüssigen. Das angesaugte Wasser aus der Elbe enthält dabei die Eier und Larven der Stinte, die den Vorgang nicht überleben.

Hamburger Senat muss handeln

"Mit der Vorlage dieses Gutachtens muss der Hamburger Senat nun handeln: Alle Baggerarbeiten für die Unterhaltung der Elbe müssen bis Ende Juni gestoppt werden. Außerdem müssen diese einer grundsätzlichen FFH-Verträglichkeitsprüfung unterzogen werden", so das Aktionsbündnis Lebendige Tideelbe aus den Umweltorganisationen Bund, Nabu und WWF in einer Presseerklärung.

Arbeiten mittels Wasserinjektionsverfahren

Bislang sind Arbeiten in der Elbe mittels Wasserinjektionsverfahren in den für den Stint sensiblen Monaten möglich. Das Gutachten zeigt auf, dass der Einsatz dieses Verfahrens in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat.

Baggerarbeiten für Elbvertiefung

Zu den Unterhaltungsbaggerarbeiten kommen derzeit verstärkend auch noch die Baggerarbeiten für die umstrittene Elbvertiefung hinzu. Auch diese Arbeiten müssen aus Sicht des Bündnisses bis Ende Juni zwingend ausgesetzt werden.

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