Natur

Hadelner Jäger beobachten Veränderung der Natur

04.01.2017

KREIS CUXHAVEN. Wildvögel und Wolf beschäftigen Hadelner Jäger. Die Waidmänner sind derzeit aktiv am Wildvogelmonitoring beteiligt. Von Carmen Monsees

Der Vorsitzender der Jägerschaft Land Hadeln-Cuxhaven, Gerhard Klotz blickt stets über den Tellerrand, wenn es um das Naturprinzip Wald und Flur geht. Die Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) ist zudem anerkannter Tierschutzverein und gibt oft ihr Gutachten ab. Jäger sitzen in der Natur an der Basis. Sie kennen die Kette der Ereignisse genau, wenn die Natur ihren Gesetzen folgt und sich der Lebensraum der Wildtiere verändert, ob durch Krankheit oder Witterung.

Derzeit sind die Hegeringleiter im Land Hadeln – vom Veterinäramt beauftragt – mit dem Wildvogelmonitoring beschäftigt. Sie nehmen Tupferproben der erlegten Wildvögel. „Relevant sind dabei Enten, Gänse und Wasserwild“, erklärt Gerhard Klotz. Jäger meldeten kranke oder verendete Vögel den Veterinärbehörden , damit das Vogelgrippe-Virus H5N1 als Todesursache ausgeschlossen werden könne, erklärt der Waidmann. „Wir Jäger sind uns unserer Verantwortung bewusst. Wir leisten mit dem Monitoring einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung“, fügt er an. Etwa 15 Proben teile er den Hegeringleitern zu Jagdzeitbeginn zu, in verschiedenen Revieren. „Es ist Zugvogelzeit“, sagt Gerhard Klotz. Die Vögel aus Skandinavien brächten die Krankheiten mit, nicht der ortstreue Fasan. Dabei betont der Jäger, „die Vogelgrippe ist nichts neues.“ So sei er bereits vor 36 Jahren während seiner Jagdausbildung darin unterrichtet worden. „Doch früher war es nur Oma, der fünf Hühner kaputt gingen. Heute sind es mitunter 20 000 Tiere in Massenbetrieben“, verdeutlicht er. „Der Schaden setzt sich in der Natur durch neue Bewirtschaftungsarten der Flächen fort“, sagt er und spielt auf Genmanipulation und Dünger an. „Es gibt keine Kräuterwiesen mehr“, erklärt er. „Auf Grassorten, die mit Dünger klar kommen verhungert jeder Hase“, meint er. Erst wenn der Dünger weggelassen werde, käme die Artenvielfalt zurück. Der Jäger verstehe die Argumentation der Landwirte bezüglich der Wirtschaftlichkeit. „Doch wir dürfen die Augen vor der, sich zum Nachteil verändernden Natur nicht verschließen.“ Der Schaden sei enorm.

Zuviel Raubwild

Zur Kette der Ereignisse, die in Wald und Flur Probleme bereiteten zähle auch die Ausbreitung des Raubwildes, wie Marderhund, Waschbär und Wolf. „Die Wiederansiedlung des Wolfes in unserer Kulturlandschaft ist nicht zu Ende gedacht,“ sagt Klotz. Die politische Entscheidung hierzu könne er nicht verstehen. Während Niederwild auf Biotope angewiesen sei, ziehe das Raubwild, wie der Wolf dorthin, wo es Fleisch gebe. „Er wird immer der Gewinner sein“, meint Klotz. Der Wolf breite sich weiter aus und irgendwann könne man nicht mehr absichern. Der Wolf ist eine international streng geschütze Tierart. „Einzelne Wölfe auf Wirtschaftsflächen rausschießen, das führt nicht zum gewünschtem Ergebnis“, ist Klotz überzeugt. Nach seiner Ansicht sei es sinnvoller ein Wolfsgebiet auszuweisen, wo das Raubtier wenig Schaden anrichten könne. „Und wenn der Wolf dort die Nase raushält, kann man entsprechend reagieren.“ So, wie es jetzt läuft habe der Wolf längst begriffen, dass vom Menschen keine Gefahr ausgehe. Beim Thema Wolf wagt es die Politik nicht, eine Entscheidung zu treffen.

Der Vorsitzende der Jägerschaft wünscht sich eine klare Linie beim Thema Wolf, damit so etwas, wie die geschossene Cuxland-Wölfin eben nicht wieder passiert. Im Übrigen habe die Landesjägerschaft Niedersachsen Geld ausgesprochen für die Ergreifung des Schützen. Dass ein Jäger für den Tod der Wölfin verantwortlich sei, glaube er nicht. Einiges spreche dagegen.

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