Auf dem begehrten Grundstück zwischen dem Real-Markt und dem Alten Fischereihafen Cuxhaven soll eine große Sporthalle entstehen. Dank einer Glasfront zum Dugekai hin sollen die Zuschauer nicht nur auf das Basketball-Spielfeld, sondern auch auf das Hafenbecken blicken können. Foto: Lütt
AFH Cuxhaven

Hammer im Alten Fischereihafen Cuxhaven: Grundstück verkauft - aber Hotel kommt nicht

von Frank Lütt | 01.04.2021

CUXHAVEN. Ein internationales Konsortium hat das prominente Grundstück am Dugekai in Cuxhaven gekauft - und schon jetzt Pläne, was mit dem Filetstück im Alten Fischereihafen passieren soll.

Kein Hotel, keine Tourismusakademie - es wird eine große Veranstaltungshalle. Das begehrte Kopfgrundstück am Dugekai im Alten Fischereihafen in Cuxhaven wurde nach Informationen unseres Medienhauses an ein internationales Konsortium verkauft. Als Kerngeschäft erhoffen sich die künftigen Betreiber neben dem Kultursektor vor allen Dingen Basketball. Dementsprechend sollen auch die Cuxhaven Baskets gepusht werden, einer der Großinvestoren will Namenssponsor des Teams werden.

Neue Sporthalle in Cuxhaven geplant

Wie die Sportredaktion erfuhr, arbeitet die "Entreprise de planification Genève" (EDPG) aus Genf an dem Projekt. Die Schweizer Spezialisten für Veranstaltungshallen und Stadien wollen in Cuxhaven Maßstäbe setzen. Der geschäftsführende EDPG-Architekt Francois Petit erklärte auf Nachfrage, dass die Halle etwa 3500 Sitzplätze haben soll.

Halle in Muschelform

"Das knapp 20 Meter hohe Gebäude soll dem Standort gerecht werden und den maritimen Charakter erhalten, indem es halbrund in Muschelform gebaut wird", so Petit. Die weiteren Besonderheiten sind, dass im Souterrain eine Tiefgarage und im Erdgeschoss Restauration, Foyer und Ticket-Center untergebracht werden. Erst darüber im ersten Stock kommt die Veranstaltungsfläche. Die Fassade zum Wasser hin soll vollkommen aus Glas sein und bei schönem Wetter soll man sie öffnen können. "So haben die Menschen, die in der Halle sitzen, nicht nur einen traumhaften Ausblick. Das Konzept ermöglicht uns auch, draußen Zusatztribünen bis auf Höhe der Restaurationsfläche aufzubauen. Wenn dann vielleicht im Hafen auf einem Ponton ein Orchester spielen oder eine Oper aufgeführt würde, hätte das schon etwas von Bregenzer Festspielen", beschreibt Petit.

Großinvestor aus Russland

Ob die Halle mit 3500 Sitzplätzen für Cuxhaven nicht überdimensioniert sei, verneint der Architekt. Weil der größte Investor in dem Konsortium glühender Basketball-Fan ist, soll in Cuxhaven Großes entstehen. Der Finanzier aus Russland möchte noch nicht namentlich erwähnt werden, nur soviel sei noch verraten, sein Lieblingsverein ist ZSKA Moskau. Nun schließt sich eventuell ein Kreis, denn bei dem russischen Serienmeister war auch Benas Matkevicius, ehemaliger Spieler und Co-Trainer der Cuxhaven BasCats, im Trainerstab aktiv. Ob womöglich hier eine Rückkehr in Aussicht steht, konnte der Projektbetreuer aus dem Architektenbüro nicht sagen.

Basketball im Alten Fischereihafen Cuxhaven?

Wann die Bauarbeiten beginnen, sei noch unklar. Nach der notariellen Beurkundung in der nächsten Woche sollten die entsprechenden Bauanträge noch im April gestellt werden. Mit dem Baubeginn rechnet Petit dann zum Ende des Jahres. Außerdem hat er er sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, im Frühjahr 2023 die Eröffnung feiern zu wollen. Dann sollen nach Vorstellungen des Großinvestors die Cuxhaven Baskets schon den Aufstieg in die 2. Bundesliga anpeilen, um dann kurz danach Erstligist zu werden. Dafür sei einen Sporthalle in dieser Größenordnung auch notwendig.

Stadt gibt keine Infos

Die Stadt Cuxhaven hält sich bei dem Thema noch sehr bedeckt. Pressesprecher Marcel Kolbenstetter wiegelt jegliche Anfragen ab: "Wir werden uns erst äußern, wenn alle Verträge unter Dach und Fach sind. Auch zu möglichen Nutzungskonzepten für das Areal werden wir nichts sagen. Erst müssen die politischen Gremien informiert werden, falls es überhaupt etwas zu berichten gibt."

Halle statt Hotel im AFH Cuxhaven

Und auch die Siedlungsgesellschaft Cuxhaven, die Eigentümerin dieser Fläche am Dugekai ist, gibt keine Informationen heraus. Wahrscheinlich möchten sich die Verantwortlichen dieses Mal ganz sicher sein, denn die Siedlung hatte schon einmal das Grundstück an einen Investor veräußern wollen, der dort ein Hotel errichten wollte, aber erst kürzlich einen Rückzieher machte.

Tourismusakademie vom Tisch?

Das Geschäft barg ordentlich Zündstoff, wollte doch die AFH GmbH, die den Alten Fischereihafen Cuxhaven saniert und umbaut, auch das Filetstück erwerben und mit einer Tourismusakademie beplanen. So hatte es sich das zumindest AFH-Investor Norbert Plambeck vorgestellt. Ihn werden die neuen Pläne mit einer Veranstaltungshalle womöglich nicht schmecken, obwohl er selbst als Förderer der früheren Cuxhaven BasCats in Erscheinung getreten war.

+++ Anmerkung: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen April-Scherz! +++

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Frank Lütt

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

fluett@no-spamcuxonline.de

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