Über Ostern dürfte es an den Cuxhavener Stränden leer sein, Touristen dürfen nicht anreisen. Foto: Schuldt/dpa
Kommentar

Keine Ruhetage über Ostern: Die Politik macht sich lächerlich

von Christoph Käfer | 24.03.2021

KREIS CUXHAVEN. Der Lockdown wird verlängert, die zunächst geplante Verschärfung über Ostern in Form von Ruhetagen kommt nun doch nicht. Dafür hat unser Autor bedingt Verständnis - und übt harsche Kritik.

Eines muss man den Corona-Beratungen von Bund und Ländern zweifelsohne zugestehen: Langweilig wird es dort nie. So war es auch dieses Mal, als sich die Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin bis tief in die Nacht zum Dienstag über das weitere Vorgehen beraten haben. Doch in diesem Fall hat es die Runde sogar geschafft, in diesen extrem schnelllebigen Zeiten, bei denen die Halbwertszeit von Nachrichten recht häufig recht kurz ist, noch Tage später von sich reden zu machen: Die angekündigten Ruhetage über Ostern hatten am Dienstag in der Bevölkerung ein mittelschweres Erdbeben ausgelöst, nichtsdestotrotz kam die Nachricht über die Rolle rückwärts am Mittwochvormittag doch überraschend. 

Krisenpolitik ist ein Desaster

Und in diesem Dickicht von Allgemeinverfügungen und behördlichen Anordnungen taucht immer wieder die Frage auf: Wer steigt da noch durch? Die Ankündigung, die Ruhetage über Ostern nun doch wieder einzukassieren, setzt dem ganzen die Krone auf. Schon seit Monaten sorgt der Zick-Zack-Kurs der Bundes- und Landespolitiker bei vielen für Frust und Unverständnis. Die gesamte Corona-Krisenpolitik gleicht inzwischen einem einzigen Desaster.

Ostern fällt erneut aus

Auch ohne die Ruhetage wird Ostern 2021 sehr ruhig werden, dafür sorgen verschärfte Kontaktbeschränkungen und Ansammlungsverbote. Das kommt Ihnen bekannt vor? Richtig, im vergangenen Jahr zu Ostern gab es das schon einmal, so leer wie damals waren die Cuxhavener Strände an den Feiertagen schon lange nicht mehr. Und das macht es für viele Bürger so ärgerlich, fast schon unerträglich: Statt entschlossen zu handeln, haben Bundes- und Landespolitiker auf ganzer Linie versagt. Keine Frage, ein Ausnahme-Ereignis wie die aktuelle Pandemie erfordert außergewöhnliche Taten. Dass dabei auch Fehler unterlaufen, ist normal und verzeihlich. Entscheidend ist jedoch, die richtigen Konsequenzen zu ziehen.

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Harter Lockdown kommt zu spät

Dass dies nicht geschehen ist, liegt auf der Hand. Die erneute Verlängerung und teilweise Verschärfung der Corona-Regeln ist angesichts der steigenden Infektionszahlen unausweichlich und richtig - aber sie kommt deutlich zu spät. Und das zum wiederholten Mal. Das macht es umso frustrierender für all diejenigen, die diese Versäumnisse ausbaden müssen: Die Bürger, deren Freiheitsrechte seit gut einem Jahr beschnitten werden, oder die lokale Wirtschaft - allen voran das Hotel- und Gastgewerbe. 

Es gibt fast nur Verlierer

Die Langzeitfolgen der Pandemie sind noch nicht absehbar, aber schon jetzt scheint klar: Es gibt fast nur Verlierer, auch in der Politik. In diesem Jahr finden Kommunal- und Bundestagswahlen statt. Und mehr Wähler lassen sich durch das Corona-Desaster bestimmt nicht an die Urne locken. Dazu tragen auch die Bund-Länder-Beratungen bei.

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Christoph Käfer

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

CKaefer@no-spamcuxonline.de

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