Im gesamten Landkreis Cuxhaven werden Ärzte benötigt. Foto: Schmidt
Kommentar zur Ärzteversorgung

Hausärzte im Cuxland: Nicht allein die Papierlage betrachten

von Wiebke Kramp | 29.11.2018

Zwischen Plan und Wirklichkeit klaffen manchmal Welten. Dass im Gebiet Cuxhaven-Steinau und Otterndorf die hausärztliche Versorgungsquote im Bedarfsplan bei annähernd 100 Prozent liegt, dürfte bei den dort praktizierenden Medizinern für Verblüffung sorgen.

Denn eine andere Sprache als das Zahlenwerk sprechen pickepacke volle Wartezimmer, Annahmestopps für neue Patienten oder Hausärzte, die eigentlich ob ihres fortgeschrittenen Alters gern selbst kürzertreten würden - aber dies eben aus Verantwortungsgefühl ihren Patienten gegenüber unterlassen, ohne auf sich selbst Rücksicht zu nehmen.

Ebenso existiert die für den Bereich Hemmoor-Börde Lamstedt und Altsamtgemeinde Am Dobrock errechnete komfortable Hausarztversorgung von 111 Prozent wohl doch nur so auf dem Papier. Das echte Leben in der Praxis sieht dort anders aus, kritisieren die Verantwortlichen vor Ort schon seit geraumer Zeit.

Zugegeben, die KV hat das Problem einer zunehmenden Überalterung ihrer Hausärzte erkannt, wirbt um Nachwuchs und schafft Anreize für ansiedlungswilligen Nachwuchs. Gefordert sind in diesem Zuge auch flankierende Maßnahmen aus der Politik wie größerer Zugang zum Medizinstudium oder zukunftsfähige Landarztmodelle.

Krux scheint jedoch nicht zuletzt das Rechenmodell für den Bedarfsplan zu sein. Es setzt Einwohner ins Verhältnis zu vorhandenen Hausärzten. Keine Berücksichtigung finden Daten wie Flächenfaktor oder die Altersstruktur der praktizierenden Ärzte. Wünschenswert wäre eine noch genauere und schärfere Betrachtung der jeweiligen Situation vor Ort. Schließlich ist doch der Hausarzt alles andere als eine rein statistische Größe.

Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

wkramp@no-spamcuxonline.de

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