Feuerwehr-Bedarfsplan

Heißes Eisen und kalte Füße...

31.01.2018

Der Bedarfsplan für die Feuerwehren der Samtgemeinde Hemmoor ist vorgelegt. Dazu ein Kommentar von Egbert Schröder

Jetzt ist das Geheimnis endlich gelüftet: Die Gutachter haben den Feuerwehrbedarfsplan für die Samtgemeinde Hemmoor in seiner vorerst letzten Fassung präsentiert. Bei aller Kritik aus Reihen der Feuerwehr und Politik an Details finde ich: Die Gutachter haben ihren Job vernünftig erledigt. Ihre Aufgabe war es schließlich in erster Linie, mit einem „Blick von außen“ analytisch mögliche Wege aufzuzeigen, an welchen Stellschrauben man ansetzen könnte, um ohne gravierende Einbußen an der Qualität der Versorgung im Ernstfall die Kosten für die Kommune für die Feuerwehr im Rahmen zu halten. Das haben sie getan, das war ihr Auftrag.

Das war die Pflicht, jetzt folgt die Kür – und zwar durch die Politiker. Sie wissen, dass sie beim Thema „Feuerwehr“ ein heißes Eisen anfassen. Und ich hatte den Eindruck, dass so mancher im Samtgemeinderat jetzt kalte Füße bekommt, wenn es darum geht, auch Konsequenzen aus dem Plan zu ziehen. Wer für ein „Weiter so“ plädiert, hätte nicht zwei Jahre lang auf den Bedarfsplan warten müssen. Das wäre Zeit- und Geldverschwendung gewesen.

Mein Tipp: Man wird sich auf einen Minimalkompromiss einigen und die Wehren Althemmoor und Westersode in einem neuen Gebäude gemeinsam unterbringen. Heeßel bleibt außen vor. Und klar dürfte auch sein: Eine Zusammenlegung von Klint und Hechthausen wird es nicht geben. Nicht aus finanziellen Erwägungen, sondern wegen der Teilung des Ortes durch die Bahnstrecke und der daraus resultierenden Wartezeiten am geschlossenen Bahnübergang.

Es könnte schlimmer kommen für die Wehren. Aber es gibt ein generelles Problem: Die Samtgemeinde ist finanziell nicht in der Lage, das anstehende Investitionsprogramm binnen weniger Jahre abzuarbeiten. Es gibt also keine Gewinner oder Verlierer im (Wett-)Streit um Strukturveränderungen.

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