Der Helgoländer Südhafen hat den Status Schutzhafen verloren. Foto: Kramp
Politik

Helgoland ohne Schutzhafen des Bundes

09.12.2019

HELGOLAND. Der Statusverlust des Helgoländer Sühafens schlägt Wellen. Zum Monatswechsel Oktober-November hatte der Bundeshafen seinen Status als Schutzhafen verloren.

Warum und mit welchen Konsequenzen, will der für die Hochseeinsel zuständige Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann jetzt genau wissen.

In einem Brief hat der Politiker den zuständigen Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU) aufgefordert, Beweggründe und erwartete Folgen darzulegen.

Die Insulaner machten sich Sorgen, insbesondere, was die Zukunft der Dampferbörte angehe, so Rossmann in einer Pressemitteilung. Bereits im Oktober habe er mit einer Abgeordnetenanfrage um Informationen zum Thema gebeten, allerdings ärgerte sich der Parlamentarier über eine Pseudo-Information. Statt etwas zu möglichen Konsequenzen für Bäderverkehr, Sportbootverkehr und Börte mitzuteilen, habe Ferlemann die Anfrage mit der allgemeinen Bemerkung abgebürstet, Änderungen seien für die Schifffahrt nicht erkennbar.

Dass die Insulaner nicht einmal in üblicher Form über den Statusverlust informiert worden seien, sorgt bei Rossmann zusätzlich für Ärger. Statt der Gemeinde mit vernünftigem Vorlauf einen Dialog zum Thema anzubieten, habe es nicht einmal eine schriftliche Unterrichtung gegeben, sondern lediglich ein Telefonat, berichtet der SPD-Mann.

In einem erneuten Schreiben fordert Rossmann der Staatssekretär jetzt ein weiteres Mal auf, Licht in die Sache zu bringen. Wissen will er, ob es künftig eine direkte Anlegemöglichkeit für Bäderschiffe geben werde, die bisher die Börte nutzen mussten - und damit die Frage nach der Zukunft der Börte, die für die Insulaner eine wichtige Rolle spiele und erst vor Kurzem als nationales Kulturerbe anerkannt worden sei.

Dem Vernehmen nach solle eine Initiative des Bundesrechnungshofes Grund für die Statusänderung durch die Generaldirektion Wasserstraßen- und Schifffahrt (DGWS) sein, die dem Verkehrsministerium unterstellt ist.

Rossmann interessiert, ob sich die Vorgaben für das Hafenbüro im Hinblick auf das Handling bei Liegeplatzanfragen geändert haben und wenn ja, in welcher Weise.

Gerade dabei könne sich möglicherweise ein Wechsel im Umgang mit den Bäderschiffen anbahnen, mutmaßt Rossmann. Ob die Bäderschiff-Reedereien einbezogen wurden, will er deshalb von Ferlemann wissen.

Ungehalten zeugte sich der SPD-Politiker vor allem über die Informationspolitik des Ministeriums, die Spekulationen und Verunsicherung auf der Insel zur Folge habe.

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