Der historische Lotsenschoner "Elbe No. 5" war des öfteren in und vor Cuxhaven zu sehen und hatte erst vergangene Woche nach seiner Grundsanierung hier festgemacht. Foto: Sassen
Havarie

Cuxhavener THW am gesunkenen Lotsenschoner

von Maren Reese-Winne | 08.06.2019

CUXHAVEN/HAMBURG. Der historische Lotsenschoner Elbe No. 5, häufiger Gast in Cuxhaven, ist auf der Elbe nach einer Kollision gesunken. 

Erst am 28. Mai, vor einer guten Woche, hatte der historische Lotsenschoner "Elbe No. 5" nach einer Grundsanierung in Hvide Sande/Dänemark in Cuxhaven festgemacht; jetzt liegt das Museumsschiff nach der Kollision mit einem Containerschiff mutmaßlich schwer beschädigt auf dem Grund der Elbe beziehungsweise der Schwingemündung bei Stadersand.  43 Menschen konnten gerettet werden, sieben Personen sollen verletzt worden sein. Das Schiff soll nach Angaben von DLRG-Rettern, die zufällig vor Ort waren, nach der Kollision in Höhe Stadersand fast umgehend gesunken sein.  Retter der Feuerwehr holten beim Einschleppen in die Schwingemündung die ersten verletzten Personen von Bord. Die Wasserschutzpolizei Cuxhaven, die organisatorisch zu Hamburg gehört, ist im Einsatz bei den Ermittlungen zur Ursache der Kollision mit dem 141 Meter langen elbwärts gehenden Schiff "Astrosprinter". Für die "Astrosprinter" (Länge: 141,58 m; Breite: 20,60 m; Tiefgang: 6,90 m; Flagge: Zypern) wurde ein Weiterfahrverbot ausgesprochen. Aktuell liegt das Schiff auf der Nordostreede Brunsbüttel vor Anker.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt Hamburg hat den Schoner, dessen Mast gebrochen ist,  inzwischen in Stadersand an der Kaikante gesichert. Nur noch die Mastspitze schaue aus dem Wasser. Der Verkehr auf der Bundeswasserstraße Schwinge, die an dieser Stelle in die Elbe mündet,  sei nicht gesperrt, sagte Pressesprecherin Bettina Gätje gegenüber unserer Zeitung. Die Lage sei unter Kontrolle, das Schiff sei über Nacht beleuchtet und es gehe auch keine Umweltgefahr vom Havaristen aus.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt Hamburg, zuständig auf der Elbe bis St. Margarethen (ab dort beginnt der Zuständigkeitsbereich des Wasser- und Schifffahrtsamts Cuxhaven), hat nun den Eigentümer aufgefordert, ein Bergungskonzept vorzulegen und mit ihm als Behörde abzustimmen, und das "umgehend". "Wobei das immer verhältnismäßig betrachtet werden muss", so die Sprecherin. Das Bergungskonzept werde voraussichtlich in der kommenden Woche erarbeitet werden. Der nun als Schifffahrtshindernis geltende Traditionssegler muss in den nächsten Tagen aus der "Bundeswasserstraße" Schwinge beseitigt werden, die durch das Wrack um etwa drei Viertel versperrt ist.  Die Ermittlungen zum Hergang der Kollision hat die Wasserschutzpolizei Hamburg übernommen.  In Presseberichten war von einer missglückten Wende der "Elbe No 5" die Rede, die dann dem Containerschiff im Hauptfahrwasser direkt vor den Bug gefahren sei.

 Am 15. und 16. Juni und am 10. und 11. August sollte es Gästefahrten mit dem Schiff von Cuxhaven aus geben und Gäste sollten von Glückstadt oder Hamburg aus nach Cuxhaven mitfahren können. Über das weitere Schicksal des 136 Jahre alten Schiffs ist noch nichts bekannt.

Der Betrieb des auch in Cuxhaven bekannten und beliebten Lotsenschoners, eines 37 Meter langen Gaffelschoners, der auch Hamburgs letztes erhaltenes Seeschiff aus der Ära des Holzschiffsbaus ist, liegt in den Händen des Fördervereins "Freunde des Lotsenschoners No. 5 Elbe". Wie auch der Fördervereins Feuerschiff Elbe 1 in Cuxhaven sind die Mitglieder bestrebt, das Museumsschiff als Kulturdenkmal in Fahrt zu halten. Bei den Freunden von der Elbe 1 ging das Schiff auch bei seinem jüngsten Besuch längsseits.

Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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