Leserforum

"Hoffen, dass Investor Plambeck nicht ausgebremst wird"

14.02.2018

CUXHAVEN. Weitere Stellungnahmen von Leserinnen und Lesern sind im Online-Forum unserer Zeitung zum Alten Fischereihafen eingegangen. (red)

Michael Bielefeld:

„Vom Grundsatz her ist das Aufleben des Alten Fischereihafens eine gute Idee. Hierbei sollte, wie auch von anderen Lesern angesprochen, der ursprüngliche Charakter des Fischereihafens im Vordergrund stehen. Ob hierzu auch, wie in den Planungsvorschlägen dargestellt, gläserne Hotelpaläste gehören, möchte ich bezweifeln. Hier sollte maßvoll geplant werden – manchmal ist weniger mehr. Meiner Meinung nach wäre es viel wichtiger, ein Gesamtkonzept für Cuxhaven zu erarbeiten, dass eine Anbindung der Schillerstraße bis hin zum Innenstadtbereich und dem gerade im Umbau befindlichen Bürgerbahnhof berücksichtigt. Einzelne Insel-Lösungen werden Cuxhaven in Zukunft nicht voranbringen. Was hilft es, wenn der Fischereihafen mit Gastronomie und Geschäften lockt und der Innenstadtbereich total verwaist?“

Jürgen Schmidt:

„Endlich tut sich etwas in Cuxhaven. Anfang der 1970er war ich bei der Nordsee im Heuerbüro tätig, damals waren mehr als 70 Fischereifahrzeuge unterwegs. Diese Tradition hat es verdient, dass die ehemaligen Areale des Fischereihafens aufgewertet werden. Danke an Herrn Plambeck für sein Engagement, er hätte das Geld ja anderweitig investieren können. Jetzt kann man nur hoffen, dass er nicht von den Behörden durch zu viele Regeln ausgebremst wird. Als ehemaliger Cuxhavener und jetziger Tourist freue ich mich auf die kommende und sicher spannende Ausbauphase.“

Sonia Pfeiffer:

„Grundsätzlich finde ich es wirklich schön, dass versucht werden soll, den Hafen wieder attraktiver zu gestalten. Dabei würde ich mich über noch behutsamere Architekturentwürfe freuen. Cuxhaven ist keine Großstadt. Sie ist eine Kleinstadt – und Kleinstädte sind schön, wenn sie ihren Charme präsentieren können. Der ist hier ja durchaus vorhanden und sollte nicht kaputtsaniert werden. Man kann wie beim Windstärke-10-Museum noch viel mehr mit Glas arbeiten, das in alte Fassaden integriert wird und eben etwas vom Alten sichtbar werden lässt. Die Entwürfe sind bisher so, dass dicke Glasfronten das Alte eher versperren.

Eine zweite Sache, die mir am Herzen liegt, ist die Frage der Ausrichtung. Es muss meines Erachtens eine gute Mischung vorliegen. Wenn nur der Tourismus angesprochen werden soll, ist der Alte Fischereihafen im Winter tot. Wenn ich selbst verreise, gehe ich gerne dort hin, wo im Reiseführer steht „bei Einheimischen sehr beliebt“ oder „Geheimtipp der Einheimischen“.

Also was macht den Alten Hafen für Einheimische attraktiv beziehungsweise belebt die Wintermonate? Wo würde ich als Cuxhavenerin mit meinen Kindern hingehen? Ein kleines gutes Kino, eine Theaterbühne, eine kleine Phänomenta (Experimentier-Museum) für Kinder, eine Spielscheune, die gerade den Winter beleben würde, ein schön angelegter Park in Kombination mit einer Skateanlage und schönem Spielplatz, eine gut gemachte historische Ausstellung, oder auch eine Ausstellung über die Natur oder über die Hafen- und Stadtgeschichte, ein Physiozentrum, ein Kindergarten, eine Atelierzeile für Läden mit Charme und Unikaten (bitte keine weiteren Outdoor-Touristen-Läden), ein Café mit Charme, das auch im Winter nicht schließt, eine Kunstwerkstatt mit Kursen, ein Treffpunkt für Senioren: Das alles in mäßiger Kombination mit notwendigen Touristen-Elementen (wie „Welcome- Center“ oder „Fahrradbasis“) macht für mich eine viel reizvollere Mischung aus als eine rein touristische Ausrichtung mit zig Cafés, Restaurants, angeblichen Outlet-Outdoor-Läden und Souvenir-Kugelbake-Läden made in China Schaut euch positive Beispiele an. Schaut nach Dänemark – dort sind fast nur Kleinstädte, die es fast alle schaffen, durch ausgewogene oder eben schöne kunstvolle Mischungen und helle zurückhaltende Architektur attraktiv zu sein.“

Sabine Pergande:

„Cuxhaven ist nicht Hamburg oder gar Dubai und weniger ist oft mehr. Ein mondäner Hotelkomplex passt nicht wirklich nach Cuxhaven. Wer soll denn darin wohnen? Statt Geld für gigantische Bauwerke auszugeben, sollte besser in Projekte für die Jugend Cuxhavens investiert werden. Alter Fischereihafen: Warum orientiert man sich nicht an dieser Bezeichnung?

Ein wenig sanieren und ausbessern, und wenn schon Gastronomie – ein paar Buden, an denen man die Krabben der Fischer kaufen kann. Auch an deren weitere Existenz sollte gedacht werden, denn gerade die dort liegenden Krabbenkutter machen den Charme des Alten Fischereihafens aus.

Wünschenswert wäre auch eine Verbindung zur Deichstraße und ins Lotsenviertel. Leider verkommt die Deichstraße immer mehr. und welcher Tourist würde auf seinem Weg über die Deichstraße die dahinter liegende hübsche Schillerstraße vermuten? Ein bisschen mehr Gemütlichkeit und eben den Charme erhalten, das ist es, was die Touristen, die nach Cuxhaven kommen, und auch die Bewohner dieser Stadt sich wünschen.

Wollte der Urlauber Glaspaläste, würde er wohl woanders hinfahren. Ich wünsche allen Beteiligten an diesem Projekt den erforderlichen Weitblick, mit einem guten Gespür und Gefühl für unsere Stadt Cuxhaven.“

Mitreden

Die Meinungen der Leserinnen und Leser zum Alten Fischereihafen sind gefragt. Unsere Zeitung hat dazu im Internet ein Forum freigeschaltet. Hier können alle Interessierten mitreden. Die Beiträge werden in Auszügen auch in der gedruckten Ausgabe veröffentlicht.

Außerdem haben CN und NEZ ein Online-Themendossier zum Alten Fischereihafen aufgelegt.

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