Der Vorstand der IG-Lotsenviertel tritt geschlossen zurück. Foto: Archiv
Kommentar zum Lotsenviertel

Identitätsverlust wäre die Folge für das Quartier

von Kai Koppe | 12.10.2018

Der Vorstand der Interessengemeinschaft Lotsenviertel hat seinen Rücktritt erklärt.

Lieber ein Ende mit Schrecken, als die Fortsetzung einer solchen Hängepartie": So wird der Vorstand der IG Lotsenviertel gedacht haben, als es mal wieder darum ging, in der Schillerstraße etwas auf die Beine zu stellen, und es "mal wieder" nur die üblichen Verdächtigen waren, an denen die damit verbundene Arbeit hängen blieb. Wenn man dann hört, dass sich einige der Aktiven auch noch beschimpfen lassen mussten, als sie versucht haben, Unterstützung zu mobilisieren, wächst bei mir das Verständnis für die zunächst im Raum stehende radikale Lösung: Einen Schlussstrich unter das Kapitel "IG Lotsenviertel" zu ziehen, hätte bedeutet, ein unmissverständliches Signal zu setzen - nicht nur in Richtung der Bremser und Ignoranten vor Ort.

Ein "Cut" hätte möglicherweise auch in Kreisen der Ratspolitik Wellen geschlagen und eine Grundsatzdebatte über die Frage auslösen können, wo die Grenzen ehrenamtlichen Engagements liegen und ab wann es (Stichwort: Stadtmarketing) sinnvoll sein kann, mit professionellen Kräften zu operieren. Trotz allem muss ich gestehen, dass ich heilfroh bin, dass es auf der letzten IG-Sitzung letztendlich doch nicht zum Äußersten gekommen ist. Denn man muss wohl kein Hellseher sein, um erraten zu können, was passiert, wenn sich die Interessengemeinschaft Lotsenviertel auflösen und somit unwiderruflich von der Bildfläche verschwinden würde.

Dass dann die eine oder andere Veranstaltung ausfallen müsste, wäre noch zu verschmerzen; selbst ein "Aus" für die Weihnachtsbeleuchtung könnte das Quartier womöglich verkraften. Der Identitätsverlust, der mit dem Ende der Interessengemeinschaft einherginge, ließe sich allerdings kaum wieder wett machen - ist doch die Marke "Lotsenviertel" von Anfang an mit dem Wirken dieses Vereins verbunden gewesen. Ohne "IG" - das ist zumindest meine Befürchtung - wird das Viertel einen Rückschritt in längst vergangene Tage erleben und schlimmstenfalls zu jener abgehängten Einkaufsstraße werden, die sie vor der Sanierung gewesen ist.

Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

kkoppe@no-spamcuxonline.de

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