Einige Anbieter verkaufen inzwischen Meisen- beziehungsweise Fettknödel auch ohne Plastiknetz. Hier futtern sich eine Kohlmeise und ein Buntspecht Seite an Seite durch. Foto: dpa
BUND gibt Ratschläge

Im Winter: Tipps zur richtigen Vogelfütterung im Kreis Cuxhaven

19.01.2021

KREIS CUXHAVEN. Der Winter im Kreis Cuxhaven treibt die Temperaturen in den Keller. Der BUND gibt Tipps zur richtigen Vogelfütterung und zum Vogelschutz im Garten.

Während der kalten Jahreszeit werden Vogelfreunde wieder mit Meisenringen und Körnerfutter versuchen, den Vögeln im Garten und auf dem Balkon zu helfen. Der BUND betont, dass die Vogelfütterung ein wichtiger Beitrag zum Naturerleben insbesondere in Städten und Siedlungen sei, aber nur in Einzelfällen dem Überleben von Vögeln dient. Denn Vögel seien vor allem durch die Zerstörung ihrer Lebensräume gefährdet.

Der BUND gibt jetzt Tipps, wie richtig gefüttert werden sollte. Mit etwas Glück, so die Naturschützer, stellten sich so bis zu 15 Vogelarten an der Futterstelle ein. "Am Futterhäuschen können sich Kinder und Erwachsene mit unserer vielfältigen Vogelwelt vertraut machen", sagt Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe. "Dort dem bunten Treiben zuzuschauen, ist für viele Menschen eine große Freude."

Regelmäßig säubern

Damit sich die Futterstelle nicht zu einem Infektionsherd entwickle, sollte sie auf jeden Fall regelmäßig gesäubert werden. Denn in den klassischen Futterhäuschen, in denen die Vögel beim Fressen sitzen, vermische sich das Futter leicht mit Vogelkot. "In einem so genannten Futtersilo ist das Futter vor Verunreinigung durch Kot geschützt", gibt der Biologe einen Tipp. "Außerdem ist darin die Gefahr geringer, dass es nass wird und schimmelt." Mit speziellem Vogelfutter für Körner fressende Gartenvögel können gezielt Haussperling, Dompfaff, Buchfink oder der Stieglitz an das Silo gelockt werden. Diese Arten mögen ölhaltige, energiereiche Sämereien wie dunkle Sonnenblumenkerne oder Mohn. Weichfutterfresser, wie Amsel, Rotkehlchen oder Heckenbraunelle könne man eine Zeit lang mit Obststücken, Rosinen oder getrockneten Wildbeeren erfreuen.

Für Meisen schließlich seien die bekannten Meisenknödel oder Meisenringe sowie Drahtbehälter mit naturbelassenen Erdnüssen das richtige Angebot. "Beim Kauf von Vogelfutter sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, kein Körnerfutter mit Samen des für den Menschen hoch allergenen Traubenkrauts Ambrosia zu kaufen. Dieses breitet sich derzeit aggressiv aus", warnt Quellmalz. Außerdem dürften keinesfalls gesalzene oder gewürzte Essensreste verfüttert werden. Diese könnten für Vögel tödlich sein.

Nicht zu viel füttern

Viele Vogelarten in Deutschland sind bedroht, auch durch die Zerstörung ihrer Lebensräume. "Da hilft das zusätzliche Futterangebot leider nur wenig", klärt der Naturschützer auf. Grundsätzlich seien Vögel auf das jahreszeitlich wechselnde Futterangebot eingestellt. Quellmalz: "Ein Zuviel kann das ökologische Gleichgewicht sogar ins Wanken bringen. Kommen Standvogel-Populationen wie die der Kohlmeise durch die Fütterungen vermehrt durch den Winter, finden Zugvögel wie der seltene Trauerschnäpper oder der Gartenrotschwanz bei ihrer Rückkehr nur noch wenige freie Nistplätze vor."

Nachhaltiger könnten Vogelfreunde ihren Schützlingen helfen, wenn sie im Herbst Gartenstauden stehen ließen, heimische Gehölze pflanzten oder Kompost- und Laubhaufen anlegten. "So werden zum Beispiel Nischen für Insekten und ein Angebot an Wildbeeren geschaffen", erklärt der BUND-Sprecher. "Das ist dann gelebter Vogelschutz." Weitere Infos zum Thema unter www.bund-weser-elbe.de oder in der BUND-Broschüre "Vögel im Winter - wie Sie ihnen am besten helfen können".

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