Gesunde Kinder werden im Impfzentrum Cuxhaven nicht geimpft. Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Keine Impfung für gesunde Kinder

Impfzentrum Cuxhaven impft nur Kinder mit Vorerkrankungen

26.06.2021

KREIS CUXHAVEN. Auf der Grundlage der Empfehlungen der ständigen Impfkommission (Stiko) werden Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren im Impfzentrum des Landkreises geimpft, wenn Sie entsprechende Vorerkrankungen haben.

Eltern von gesunden Kindern sollten sich nach Angaben der Kreisverwaltung dagegen an den Kinder- oder Hausarzt wenden. Die Stiko hat eine Impfung für Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen, bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung besteht, empfohlen. Dazu zählen folgende Erkrankungen: Adipositas ("> 97. Perzentile des Body Mass Index") , angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression, angeborene zyanotische Herzfehler (O2-Ruhesättigung < 80 Prozent"), schwere Herzinsuffizienz, schwere pulmonale Hypertonie, chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion, chronische Niereninsuffizienz, chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen, maligne Tumorerkrankungen, Trisomie 21, syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung sowie Diabetes mellitus.

Wie das RKI mitteilte, ist eine Präzisierung der chronischen Lungenerkrankungen als besondere Indikation für eine COVID-19-Impfung vorzunehmen: Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren mit einer chronischen Lungenerkrankung gelten als besonders gefährdet, wenn die chronische Lungenerkrankung mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion einhergehe. Ein gut eingestelltes Asthma bronchiale allerdings sei per se keine Impfindikation.

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Der Einsatz der zugelassenen Impfstoffe bei Kindern und Jugendlichen dieser Altersgruppe ohne Vorerkrankungen werde derzeit nicht allgemein empfohlen, sei aber grundsätzlich auf individuellen Wunsch der Eltern und unter entsprechender Risikoabwägung möglich.

Der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Dr. Pio Faust, betont aber, dass der Impfung eine fundierte ärztliche Aufklärung vorausgehen müsse: "Das Risiko eines schweren Verlaufes bei einer Corona-Infektion ist bei gesunden Kindern sehr gering. Individuelle Risiken und Nutzen einer Impfung sind daher für das jeweilige Kind besonders gründlich mit den Eltern abzuwägen. Das ist in der Regel nur durch den Kinderarzt möglich, der das Kind gut kennt."

Keine Kinderärzte im Impfzentrum

Eine solche Aufklärung könnten die Ärztinnen und Ärzte im Impfzentrum, die die Kinder zumeist nur wenige Minuten in Augenschein nehmen könnten, in der Regel nicht leisten. Es stünden im Impfzentrum auch keine Kinderärzte zur Verfügung.

Auch wenn das Impfportal des Landes die Anmeldung von Kindern ab zwölf Jahren ohne Abfrage der Gesundheitsdaten ermöglicht, würden daher im Impfzentrum nur Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre mit Vorerkrankungen geimpft. Eltern von gesunden Kindern werden an den Kinder- oder gegebenenfalls den Hausarzt verwiesen. "Ich rate auch Eltern von vorerkrankten Kindern dazu, den behandelnden Arzt zu kontaktieren. Dort ist eine angemessene Betreuung gewährleistet. Das Kindeswohl muss hier an erster Stelle stehen."

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