Die Bürgerinitiative hat nach eigenen Angaben hinreichende Informationen darüber, dass das im Oktober und Dezember 2019 über einen Zeitraum von mehreren Wochen vor Cuxhaven verklappte Baggergut aus dem Sedimentfang Wedel mit diversen Schadstoffen belastet gewesen sei. Symbolfoto: Nietfeld
"Rettet das Cux-Watt"

Initiative: "Baggergut vor Cuxhaven ist doch belastet"

14.01.2020

CUXHAVEN. Der Aussage des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Cuxhaven, das vor Cuxhaven verklappte Baggergut sei unbelastet, widerspricht die Initiative "Rettet das Cux-Watt".

Wir berichteten am 23. November vorigen Jahres ("WSA: Baggergut ist unbelastet").

Die Bürgerinitiative hat nach eigenen Angaben hinreichende Informationen darüber, dass das im Oktober und Dezember 2019 über einen Zeitraum von mehreren Wochen vor Cuxhaven verklappte Baggergut aus dem Sedimentfang Wedel mit diversen Schadstoffen belastet gewesen sei. Dieses Baggergut entspreche der höchsten Schadstoffklasse der Feinsedimente in der Unterelbe. Das sei der Bürgerinitiative auch vom WSA Cuxhaven mitgeteilt worden.

Baggergut aus Wedel

Danach habe es sich um bindiges Baggergut aus dem Baggerabschnitt Wedel gehandelt, das in den Fall 3 nach GÜBAK (gültige Baggerregeln, Gemeinsame Übergangsbestimmungen zum Umgang mit Baggergut in den Küstengewässern) einzustufen sei. Dieses Baggergut sei in den Verbringstellenbereich Neuer Lüchtergrund umgelagert worden. Im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 25. Oktober 2019 seien das rund 360 000 Kubikmeter Wedeler Baggergut gewesen.

Dieses erheblich belastete Baggergut dürfe laut Bundesverwaltungsgericht noch nicht einmal in Unterwasserablagerungsflächen eingebaut werden, die im Rahmen der Fahrrinnenanpassung erstellt wurden, obwohl diese nach Befüllung mit einem "Deckel" versehen werden, so "Rettet das Cux-Watt". "Umso unverantwortlicher ist die Verklappung ins offene Gewässer am Rande des Weltnaturerbes Wattenmeer und nur zehn Kilometer vor Cuxhavens Stränden", sagt Peter Roland von der Initiative.

Verstoß gegen EU-Recht

Das Baggergut aus dem Sedimentfang Wedel an der Hamburger Landesgrenze sei teilweise mehr als dreifach höher mit Schadstoffen belastet, als das natürliche Sediment im Mündungstrichter der Elbe. Die Systemstudie Tideelbe II der Bundesanstalt für Gewässerkunde von 2014 habe ergeben, dass das Wedeler Baggergut fast so hoch belastet sei, wie das Baggergut aus dem Hamburger Hafen.

Die an den feinen Sedimenten anhaftenden Schwermetalle und organischen Schadstoffe bauen sich nicht mehr ab. So sei eine weitere Anreicherung dieser Schadstoffe die Folge. Diese Verklappungspraxis verstoße grundsätzlich gegen geltendes EU-Recht (EU-Wasserrahmenrichtlinie, EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie, Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) und sei nur als Ausnahme zulässig.

Verdriftung ins Watt

Neben diesem belasteten gebe es auch unbelastetes Baggergut aus dem Ausbau der Fahrrinne, das nicht zur Anreicherung von Schadstoffen führe. Daher sei, so die Initiative, die allgemeine Aussage des WSA Cuxhaven nicht zutreffend, das Baggergut sei unbelastet. Ein Teil der vor Cuxhaven verklappten Feinstoffe (Schlick) und somit auch belastetes Baggergut verdrifte auch ins Watt von Duhnen und Döse. Dazu will "Rettet das Cux-Watt" demnächst konkrete Belege vorlegen. Damit werde der Nachweis erbracht, dass es einen Zusammenhang zwischen den Verklappungen vor Cuxhaven und der Verschlickung des Duhner und Döser Watts gebe.

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