Die Initiative "Rettet das Cux-Watt" meint Belege dafür gefunden zu haben, dass Schlick aus vor Cuxhaven verklappten Baggermassen ins Watt vor Duhnen und Döse verdriftet. Foto: Jaspersen / dpa
"Rettet das Cux-Watt"

Initiative sicher: Baggerschlick landet doch im Watt vor Cuxhaven

01.02.2020

CUXHAVEN. Die Cuxhavener Bürgerinitiative "Rettet das Cux-Watt" legt im Streit um die Frage, ob verklapptes Baggergut das Watt vor Döse und Duhnen beeinträchtigt, nach.

In einer Expertenrunde im Kreishaus am 25. November vorigen Jahres hatten Fachleute erklärt, es gebe keine Hinweise darauf, dass Baggergut von den Verbringstellen in der Außenelbe das Watt vor Döse oder Duhnen negativ beinträchtige, weder was Schlickmengen noch Schadstoffe angehe.

Bürgerinitiative widerspricht

In beiden Punkten widerspricht die Bürgerinitiative "Rettet das Cux-Watt". Seit drei Jahren setzt sich die Initiative intensiv mit der Problematik des Cux-Watts auseinander. Sie könne genügend Indizien liefern, die sehr wohl einen Zusammenhang zwischen den Verklappungen vor Cuxhaven und der Verschlickung des Döser und Duhner Watts herstellen. 

Schlick verdriftet

Danach verdrifte zumindest ein Teil des vor Cuxhaven verklappten Feinkorns (Schlick und Schluffe) in das Döser und Duhner Watt. Das würden Aussagen diverser Behörden und Institute beweisen. In einer Untersuchung des Alfred-Wegener-Instituts von November 2012 heißt es: "Trübstoffe aus der Elbe finden sich im Duhner Watt wieder." Im Planfeststellungsbeschluss zur Fahrrinnenanpassung der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord von 2012 wird festgestellt: "Im Hinblick auf die Umlagerungen z. B. auf den Neuen Lüchtergrund (NLG) werden Schwebstoffe in angrenzende Gewässer- und Wattbereiche eingetragen." Die Bundesanstalt für Gewässerkunde schlussfolgert in ihrer Systemstudie II von 2014: "Aufgrund der natürlichen Morphodynamik erfolgen Eintreibungen von verklappten Sedimenten in die umgebenden Wattbereiche."

Teil landet im Watt

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) schreibt in ihrer Auswirkungsprognose für die Unterbringung von Baggergut im Verbringstellenbereich NLG von 2017: "Ein Teil des am Neuen Lüchtergrund verklappten Schlicks landet auch im Watt von Döse und Duhnen". Und 2018 kommt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Cuxhaven (WSA) zu folgender Analyse: "Die Schwermetall-Konzentrationen im Cuxhavener Watt deuten einen Zusammenhang zwischen Elbsedimenten und Schlick im Cuxhavener Watt an."

Sedimente gelangen ins Watt

Als jüngstes Indiz zieht die Initiative die Gemeinsame Stellungnahme der niedersächsischen Forschungsstelle Küste (FSK) und der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) vom Juni vorigen Jahres heran: "An dieser Stelle ist durchaus zu beachten, dass auch ohne Unterhaltungsbaggerei der Seeschifffahrtsstraße Elbe die natürlich im Elbe-Ästuar vorkommenden Feinsedimente mit der Tideströmung in das Cuxhavener Watt gelangen können."

Klassisches Eigentor

Mit der letzten Aussage hätten FSK und BAW ein klassisches Eigentor geschossen, meint "Rettet das Cux-Watt". Wenn die natürlich im Elbe-Ästuar vorkommenden Feinsedimente mit der Tideströmung in das Cuxhavener Watt gelangen könnten, dann gelte das auch für die Feinsedimente aus den Verklappungen. Allein aufgrund der Feststellungen verschiedener Bundesbehörden könne ein Zusammenhang zwischen den Verklappungen vor Cuxhaven und der Verschlickung des Duhner und Döser Watts nicht mehr abgestritten werden.

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