Alisar Ahmo und Hermann Böhm von "Ceaclic"kümmerten sich um die exakte Kameraeinstellung. Den Jugendlichen wurde stets breiter Raum zum Experimentieren eingeräumt. Foto: Wehr
Gesellschaft

Jugendmigrationsdienst setzt Projekt gegen Islamismus um

19.06.2019

CUXHAVEN. Ein Filmprojekt zur Islamismusprävention für 15 Jugendliche hat der Jugendmigrationsdienst (JMD) des Paritätischen in Zusammenarbeit mit erfahrenen Medienpädagogen und Künstlern veranstaltet.

Möglich gemacht hat das eine Zuwendung aus dem Programm "Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). An der Fortsetzung des Projekts waren weitere 20 Jugendliche beteiligt.

Eine ganze Woche lang traf sich die Gruppe regelmäßig mit der Agentur "Creaclic" in ihrer Freizeit, um an einem Film zu arbeiten. Sie setzten sich zunächst inhaltlich mit dem Thema "Menschenrechte" auseinander und berichteten von eigenen Erfahrungen und auch von Menschrechtsverletzungen in ihren Heimatländern.

Vor und hinter der Kamera

Im Anschluss daran wurden konkrete Ideen für einen Film gesammelt und Interviewsituationen eingeübt, in denen die Jugendlichen einerseits lernten, ein Bild von der Kamera über das Licht bis hin zum Ton perfekt einzurichten und andererseits, eigene Statements zum Thema zu filmen. Sie wurden mit dem Medium Film immer vertrauter, übernahmen selbstständig Aufgaben innerhalb des Filmteams und erprobten ihre Wirkung vor der Kamera. Im Laufe des Projektes entschied sich die Gruppe, das musikalische Talent einiger Teilnehmer zu nutzen und gemeinsam ein Musikvideo zu einem Rap über Menschenrechte zu drehen. Als Inhalt wählten sie die drei Menschenrechte, die ihnen am wichtigsten erschienen: Respekt, Freiheit und Leben. Parallel zu der textenden Rapper-Gruppe ließen die übrigen ihren kreativen Ideen zur bildlichen Umsetzung freien Lauf. Gleichzeitig wurden Aufnahmen an bekannten Schauplätzen im Freien in Cuxhaven gemacht. Hierbei lernten die Teilnehmenden, mit Profi-Equipment umzugehen und zu experimentieren - sogar eine Drohne konnte von den Jugendlichen gesteuert werden. Der Film wurde als Vorfilm im Bali-Kino in Cuxhaven gezeigt und ist auch unter www.paricux.de unter "Aktuelles" ("Videos über unsere Arbeit") zu finden.

Gemeinsam mit Creaclic und 20 Jugendlichen aus Syrien, Afghanistan, Pakistan und Griechenland wurde das Projekt im März 2019 fortgesetzt und ein weiterer Kurzfilm in Form eines Musikvideos realisiert. Ermöglicht haben das erneut Fördergelder aus dem Bundesprogramm "Demokratie leben!". In dem Rap-Clip sind Ideen und der sehr persönliche Text des afghanischen Jugendlichen Mortaza Azimi enthalten.

Kreative Betriebsamkeit

"Creaclic"-Leiter Hermann Böhm und ein Musikpädagoge sorgten drei Tage lang im Haus der Jugend und im Café Vielfalt des Paritätischen für eine äußerst kreative Atmosphäre, in der die Kulissen, Kameraszenen und Musik selbst gestaltet wurden und eine verbesserte Rap-Qualität umgesetzt werden konnte.

Einige Szenen wurden anschließend in der Grimmershörnbucht gedreht. Der Film wird derzeit geschnitten - nach Fertigstellung soll er ebenfalls als Vorfilm im Bali-Kino gezeigt werden und wird online verfügbar sein.

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