Proben vom Elbstrand voller Plastikteile, gesammelt mit dem Forschungsschiff "Aldebaran", nahmen die Jungforscher bei Nachhaltigkeitswissenschaftlerin Carla Wichmann unter die Lupe. Foto: Hilk/Natureum
Natureum Niederelbe

Junge Forscher: Viel zu viel Plastik in der Natur

21.09.2019

KREIS CUXHAVEN. "Was ist denn dein Beruf?", fragt eine Grundschülerin schüchtern Jennifer Sobiech-Wolf von Alfred-Wegener-Institut. Andere sind da energischer: "Was kann man denn hier machen?"

Eine Menge - denn rund 350 Schüler, Lehrer, Wissenschaftler und Interessierte waren dem Aufruf zum Tag der jungen Forscher ins Natureum Niederelbe gefolgt.

Schon während des Aufbaus riskierten die ausstellenden Schüler und Lehrer neugierige Blicke auf die jeweiligen Nachbarstände und kamen schnell ins Gespräch. So war schon vor dem offiziellen Auftakt das erste Ziel des neuen Formates erreicht - es wurden Kontakte untereinander geknüpft und fleißig "genetzwerkt." Sieben Schulen aus den Landkreisen Stade und Cuxhaven - von der Grundschule bis zum Gymnasium - präsentierten ihre Projekte in den Bereichen Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

Im Vordergrund stand das Thema Plastik. Die Grundschule Neuhaus zeigte, was Plastik in der Natur anrichtet. Die "Müllpiraten" haben außerdem den Plastikbeilagen in Kindercomic-Heften den Kampf angesagt und stehen mit den Verlagen in Kontakt.

Wie viel Plastik im Elbewasser bereits vorhanden ist, konnten die Schüler bei Carla Wichmann vom Forschungsschiff "Aldebaran" unter dem Binokular und zum Teil sogar mit bloßem Auge sehen. Direkt gegenüber präsentierten die Schüler des Amandus-Abendroth-Gymnasiums die Ergebnisse ihrer Projektwoche "Watt´n Meer", die sie unter anderem auf der "Aldebaran" und am Museumsmobil des Natureums verbrachten.

Am Museumsmobil führte Anthony Riecke vor, in welchen Produkten sich Plastik verbirgt und wie es sicht- und fühlbar gemacht werden kann. Außerdem konnten die Schüler selbst einen "Kunststoff-Ersatz" aus Milch herstellen. Großer Andrang herrschte stets am Stand des Gymnasiums Otterndorf. Die Schüler schmolzen alte Trinkhalme und zogen Fäden daraus. Diese können wiederum für die Herstellung von Fleecejacken verwendet werden. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die Bienen.

Durch das Bienenjahr

Die Wingster Grundschüler führten die Gäste durch das Bienenjahr mit den unterschiedlichen phänologischen Jahreszeiten. Die Grundschule Balje veranstaltete ein Bienenquiz und zeigte ihre selbst getöpferten Bienenziegel, in denen die Insekten nisten können.

Eine Erinnerung, natürlich nachhaltig aus Holz, konnten die Gäste am Stand der Schule an der Mühle mit nach Hause nehmen. Die Schüler gravierten Schlüsselanhänger mit dem Aufdruck "Tag der jungen Forscher".

Nebenan arbeiteten die Technikschüler der Schule Am Dobrock mit einem selbst gebauten Glasschneider alte Flaschen zu Kerzenständern und anderen Dekoartikeln um. "Eine tolle Veranstaltung", war die einhellige Meinung der Teilnehmer.

"Es war grandios", fand Markus Steinbach von der Niedersächsischen Landesschulbehörde. Lars Lichtenberg, Leiter des Natureums, freute sich über die hohe Beteiligung: "Es war schön zu sehen, dass so viele Nachwuchsforscher aller Altersklassen dabei waren. Diese Veranstaltung werden wir auf jeden Fall wiederholen."

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