Medizinischer Mundschutz liegt auf einem Tisch. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild

Kammerchefin: Mit Erkältungssymptomen nicht in Apotheke

28.03.2020

In der Corona-Krise komme den Apotheken eine Schlüsselrolle zu, sagt die Präsidentin der niedersächsischen Apothekerkammer, Cathrin Burs. Es gehe um Beratung, Beruhigung und Unterstützung der Patienten.

Hannover (dpa/lni) - Wegen der Corona-Pandemie haben die niedersächsischen Apotheken besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen. An vielen Verkaufstresen wurden Plexiglasscheiben eingesetzt, zudem lassen die Mitarbeiter nur wenige Kunden gleichzeitig in den Verkaufsraum. «Die Bevölkerung macht das geduldig und großartig mit», sagte die Präsidentin der niedersächsischen Apothekerkammer, Cathrin Burs, der Deutschen Presse-Agentur. Die Patienten respektierten die Beschränkungen, die auch ihrem eigenen Schutz dienten. Burs appellierte an Menschen mit Erkältungssymptomen, möglichst nicht persönlich zur Apotheke zu kommen. Die Hilfe von Angehörigen oder Nachbarn funktioniere vielerorts.

Derzeit arbeiten die niedersächsischen Apotheken laut Burs daran, Desinfektionsmittel selber herzustellen - vorzugsweise für Altenheime, Pflegedienste und medizinische Einrichtungen. Es gebe aber genauso wie bei der Schutzkleidung Lieferengpässe bei den Ausgangsstoffen für Desinfektionsmittel.

Den Apotheken komme eine «Schlüsselrolle» in der Corona-Krise zu, betonte die Kammerpräsidentin. Sie klären Burs zufolge die Menschen zum Beispiel über die Bedeutung des Händewaschens auf und geben ihnen Sicherheit, dass sie ihre notwendigen Medikamente weiterhin bekommen. «Lieferengpässe gehören seit Monaten zu unserem Alltag», räumte die Apothekerin aus Braunschweig ein. Diese könnten sich durch die Corona-Krise verschärfen.

Seit Beginn der Corona-Epidemie habe der Informations- und Aufklärungsbedarf, zusätzlich zur regulären Beratung, von Apotheken-Kunden auch am Telefon deutlich zugenommen. Bei zunehmenden Infektionsraten könnte auch die Zahl der Botendienste wachsen, vermutete die Kammerpräsidentin: «Es ist ein Kraftakt. Aber meine wichtigste Botschaft ist: Wir können die Menschen weiter versorgen.»

Ende vergangenen Jahres gab es in Niedersachsen 1872 Apotheken. Sie bleiben wie Supermärkte oder Tankstellen als Geschäfte des täglichen Bedarfs trotz der Corona-Pandemie weiterhin geöffnet.

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