200 Jahre Seebad

Kein Seebad ohne die Hotelbranche

12.09.2016

CUXHAVEN. 200 Jahre Seebad Cuxhaven, damit ist auch die Hotellerie eng verbunden. Wie arbeitet es sich dort? Von Nele Tröger

CUXHAVEN. Wer in einem Hotel in Cuxhaven arbeitet, kann zwei Dinge miteinander verbinden – arbeiten und dort wohnen, wo andere Urlaub machen. Dies tun Patrick Rossol, Christoph Netack und Benjamin Rinas in Cuxhaven/Duhnen.

Von Lüdingworth nach Duhnen zog der 29-jährige Koch Benjamin Rinas, um im Strandhotel Duhnen seine Leidenschaft – das Kochen – ausleben zu können. Schon immer war Kochen sein großes Hobby und bereitete ihm eine riesige Freude. Nun verwöhnt er andere Gäste mit seinen Kochkünsten und zaubert tolle Gerichte.

„Momentan bin ich auf dem Gemüseposten, Entremetier in der Fachsprache“, erzählt Benjamin Rinas. Ab und zu steht er auch am Büfett, wo der ein oder andere Plausch mit Kurgästen gehalten wird. „Viele erzählen mir von ihren Gerichten und Suppen, die sie zu Hause kochen“, lacht Benjamin.

Seit 2003 arbeitet er im Restaurant des Hotels und ist zufrieden, auch darüber, dass er in Cuxhaven geblieben ist. „Cuxhaven ist einfach idyllisch, da braucht man nicht wegzuziehen“, freut er sich.

Patrick Rossol und Christoph Netack sind für den Job extra nach Cuxhaven gezogen. „Ich wollte unbedingt weiter am Hafen arbeiten“, sagt Christoph Netack. Seit drei Jahren ist er als Rezeptionist im „Best Western Donner’s Hotel“ in Cuxhaven eingestellt.

Von Küste zu Küste

Die Ausbildung zum Hotelfachmann absolvierte er in seiner Heimatstadt in Rostock-Warnemünde, ebenfalls in einem „Best Western“-Hotel.

„Der Aufgabenbereich ist hier einfach größer und wir haben hier viele unterschiedliche Gäste. Das macht Spaß“, freut sich Christoph Netack. Zu seinen Aufgaben gehört es, Reservierungen abzuwickeln, Gruppentagungen zu organisieren und vor allem Gäste zu empfangen.

Das Hotel beherbergt Kurgäste und auch Gäste, die beruflich in Cuxhaven unterwegs sind. Nicht nur Deutsche, auch Menschen aus skandinavischen Ländern, der Schweiz, Frankreich und Spanien checken im Hotel ein.

„Dabei wird darauf geachtet, dass jeder Gast gleich behandelt wird“, sagt der „Food & Beverage“-Manager und zweite stellvertretende Hoteldirektor Patrick Rossol. Seit März 2016 gehört er zum Team in „Donner’s Hotel“. Aufgrund der Geburt seiner Tochter hat es ihn mit seiner Familie aus der Hansestadt Hamburg in eine beschaulichere und ruhigere Gegend gezogen.

Der Familienvater ist für den überregionalen Ausbau, Marketing und die Optimierung der Standards verantwortlich. Höchstpersönlich heißt er oft die Gäste im Hotel willkommen. Der Austausch sei wichtig, oft erzählten ihm Gäste von ihren Erlebnissen in Cuxhaven.

Kommt die Frage nach einer Seefahrt auf, so helfen Christoph Netack und Patrick Rossol gerne weiter. Dann wird ein Ausflug nach Helgoland oder zu den Seehundsbänken empfohlen.

Manchmal wird aus dem Rezeptionisten Christoph Netack ein Deutschlehrer. „Einmal hatten wir einen Gast, der drei Monate in Cuxhaven verbrachte, er kam aus England und ich habe ihm ein wenig Deutsch beigebracht“, erzählt Netack.

Diese Gäste bleiben natürlich in Erinnerung. Ebenso wie zwei Gäste aus Frankreich: Patrick Rossol: „Zwei Französinnen waren bei uns zu Gast. Sie saßen in unserem Restaurant an einem Platz, der ihnen nicht gefiel. Weil ich aber keinen Platz mehr am Fenster frei hatte, konnte ich nichts daran ändern.“

„Multikulti“ ganz normal

Der Küchendirektor – auch ein Franzose – bemerkte die Unstimmigkeiten und eilte zur Hilfe. „Ich weiß nicht, was er den beiden Damen geflüstert hat, aber nach dem Gespräch waren sie besänftigt“, lacht Patrick Rossol.

Multikulti großgeschrieben: Die Küchensprache ist Englisch, der Küchendirektor und Küchenpraktikant sind Franzosen. Angestellte im Bereich Housekeeping kommen aus England, Frankreich oder Spanien. Eine spanische Schule kooperiert mit dem Hotel und so kommt es dazu, dass spanische Auszubildende hier lernen.

Seit Mai 2016 hat die Küche ihren Gästen eine zusätzliche Besonderheit zu bieten. Patrick Rossol hat zusammen mit Gastronom Carsten Weber und Küchenchef Marcel Benn das hausgereifte Dry-Aged Beef in das Cuxland gebracht. Dafür wurde ein klimatisierter Fleischreifeschrank installiert.

Dort hängen ausgewählte Stücke regionaler Rinder, die in dem Reifeschrank ihren vollen Geschmack entfalten. Das exklusive Fleisch kommt an bei den Gästen und auch Einheimischen. Rund 30 Euro kostet ein Menü – nicht gerade günstig, aber das ist eben auch nicht das Ziel, sondern, dem Kunden eine Seltenheit an Geschmack und Genuss zu präsentieren – und das scheint zu funktionieren.

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