Gesunde Kinder erhalten im Impfzentrum Cuxhaven keine Impfung gegen das Corona-Virus. Symbolfoto: Andreea Alexandru/dpa
Entscheidung des Landkreises

Keine Corona-Impfung für gesunde Kinder im Impfzentrum Cuxhaven

11.06.2021

KREIS CUXHAVEN. Gesunde Kinder werden im Impfzentrum Cuxhaven nicht geimpft. Heranwachsende, die nicht unter Vorerkrankungen leiden, müssen mit ihren Eltern den Weg zum Hausarzt antreten.

Das gab der Landkreis am Freitag bekannt und berief sich auf die aktuellen Empfehlungen der ständigen Impfkommission (Stiko). Demnach werden Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren im Impfzentrum geimpft, wenn sie entsprechende Vorerkrankungen haben. Dazu zählen folgende Krankheiten, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung bedeuten: Adipositas, angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression angeborene zyanotische Herzfehler, schwere Herzinsuffizienz, schwere pulmonale Hypertonie, chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion, chronische Niereninsuffizienz, chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen, maligne Tumorerkrankungen, Trisomie 21, syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung sowie Diabetes mellitus.

Auf Wunsch möglich

Laut Landkreis werde der Einsatz der zugelassenen Impfstoffe bei Kindern der Altersgruppe zwölf bis 17 ohne Vorerkrankungen derzeit nicht allgemein empfohlen, sei aber grundsätzlich auf individuellen Wunsch der Eltern und unter entsprechender Risikoabwägung möglich.

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Der ärztliche Leiter des Impfzentrums Dr. Pio Faust betont, dass vor der Impfung eine fundierte ärztliche Aufklärung erfolgen muss: "Das Risiko eines schweren Verlaufes ist bei gesunden Kindern sehr gering. Individuelle Risiken und Nutzen einer Impfung sind daher für das jeweilige Kind besonders gründlich mit den Eltern abzuwägen. Das ist in der Regel nur durch den Kinderarzt möglich, der das Kind gut kennt", macht Faust deutlich. "Eine solche Aufklärung können die Ärzte im Impfzentrum, die die Impflinge zumeist nur wenige Minuten in Augenschein nehmen können, in der Regel nicht leisten - zumal in unserem Impfzentrum keine Kinderärzte zur Verfügung stehen."

Gang zum Arzt empfohlen

Auch wenn das Impfportal des Landes die Anmeldung von Kindern ab zwölf Jahren ohne Abfrage der Gesundheitsdaten ermöglicht, werden daher im Impfzentrum nur Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen geimpft, teilt der Landkreis mit. Eltern von gesunden Kindern werden an den Kinder- oder gegebenenfalls den Hausarzt verwiesen. "Ich rate auch Eltern von vorerkrankten Kindern dazu, den behandelnden Arzt zu kontaktieren. Dort ist eine angemessene Betreuung in jedem Fall gewährleistet. Das Kindeswohl muss hier an erster Stelle stehen", betont Faust.

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