Für die Stadt Cuxhaven wurde ein Klimaschutzkonzept entwickelt. Foto: Koppe
Kommentar zur Stadt Cuxhaven

Klimaschutzkonzept: Eine Chance, mehr aber auch nicht

von Thomas Sassen | 23.10.2019

Ein Klimaschutzkonzept für die Stadt Cuxhaven. Ist das, was der Rat am Montag mit großer Mehrheit beschlossen hat nun ein großer Wurf, ein weiteres Papier, das - wie viele vorher - bald in Vergessenheit gerät oder wird es zum Leitfaden für künftiges Handeln?

Die Antwort fällt nicht leicht. Sie richtet sich vor allem danach, wie viel Wille zu einer wirklichen Neuausrichtung wir den Ratsdamen- und Herren unterstellen. Die Verwaltung hat mit der Erarbeitung ihre Hausaufgaben gemacht. Sie gibt damit den Kurs in Richtung Klimaschutz vor, wohl wissend, dass sie ohne eine solche (theoretische) Selbstverpflichtung kaum noch an dringend benötigte Fördergelder für alle möglichen Projekte herankommen dürfte. Gebraucht wird öffentliches Geld zum Beispiel beim Umbau des Bahnhofumfeldes oder des Alten Fischereihafens, beim Bau von Radwegen usw. Doch bevor der Bund seine Förderkasse aufmacht, muss die Kommune Nachhaltigkeit und Gesamtkonzept der Maßnahmen belegen. Da Klimaschutzkonzept ist dafür die Grundlage.

Der Beschluss macht noch keinen Fortschritt. Mit innovativen Ideen und der Bereitschaft umzudenken, müssen die Ratsmitglieder in Zukunft beweisen, dass sie es ernst meinen mit dem Schutz der Umwelt und dem Kampf gegen die Kohlendioxid-Bedrohung. Wer dieser in der Öffentlichkeit nur das Wort redet, im Privaten aber nach dem Motto "nach mir die Sintflut" verfährt und zu keinerlei Einschränkungen zum Beispiel beim Fliegen oder Autofahren bereit ist, wird schnell unglaubwürdig. Insofern hat Oliver Ebken recht, wenn er meint, dass jeder bereit sein müsse, enthaltsamer zu leben, was ja nicht gleich Askese bedeutet.

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Thomas Sassen

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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