Harald Zahrte kandidiert um das Amt des Oberbürgermeisters. Foto: Monsees
Kommentar zur OB-Wahl

Mit Kandidatur Volltreffer gelandet

von Ulrich Rohde | 15.10.2018

Die CDU stellt Harald Zahrte als Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters in Cuxhaven vor.

Es wäre zu kurz gegriffen, wenn man die von Enak Ferlemann und Thiemo Röhler in aller Diskretion betriebene Kandidatur von Samtgemeindebürgermeister Harald Zahrte lediglich als Versuch eines Brückenschlages zur SPD werten würde, um so die Chance zu erhöhen, dass es am 26. Mai 2019 keinen ernst zu nehmenden Gegenkandidaten (oder Kandidatin) für das Amt des Cuxhavener Oberbürgermeisters geben wird. Gleichwohl darf man die Personalie durchaus als taktische Glanzleistung ansehen. Entsprechend zufrieden strahlten die beiden CDU-Chefs am Sonnabend um die Wette, als sie Zahrtes Bewerbung verkündeten.

Klar ist, Harald Zahrte, dem es als Hadler Verwaltungschef gelungen ist, die politischen Lager über alle Konflikte hinweg zur Zusammenarbeit zu bewegen und der nie im Verdacht stand, zu einer Seite zu tendieren, ist ein über alle Zweifel erhabener Unabhängiger, der als Verwaltungschef reichlich Erfahrung darin gesammelt hat, die Politik im Dienst der Sache mit ins Boot zu holen. Und diese Eigenschaft wird es auch den Cuxhavener Sozialdemokraten schwer machen, an ihm vorbeizugehen.

Dabei gibt es im Land Hadelner Samtgemeinderat gar keine überbreite Kooperation der Fraktionen wie im Cuxhavener Stadtrat, sondern eher knappe Mehrheiten. Wofür auch immer Cuxhavens Sozialdemokraten sich am Ende entscheiden werden, festzuhalten bleibt, dass Harald Zahrte unbestritten ein würdiger Bewerber für das Amt ist, der beste Chancen haben wird, am 26. Mai die Nachfolge von Ulrich Getsch anzutreten, ob ohne oder mit Gegenkandidaten. Getsch ist vor sieben Jahren übrigens als unabhängiger Kandidat von einem breiten Parteienbündnis getragen worden. Und so schlecht ist die Stadt mit ihm ja nicht gefahren.

Kurzum: Harald Zahrte ist ein ausgewiesener Verwaltungsfachmann, der im Cuxhavener Rathaus mit offenen Armen empfangen werden würde. Er gilt als integrer Teamspieler, den zugleich Führungsstärke und Entscheidungsfreude auszeichnen. Er ist bestens vernetzt und politisch ausgebufft genug, sich nicht zwischen Parteieninteressen zerreiben zu lassen. Und er dürfte genug Energie besitzen, um die Stadt bis 2026 weiter voranzubringen. Man kann die CDU zu ihrem Coup also nur beglückwünschen.

Bleibt nun abzuwarten, wie die anderen Parteien auf die Kandidatur reagieren werden.

Ulrich Rohde

Stellv. Redaktionsleiter
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

urohde@no-spamcuxonline.de

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