BAUEN UND WOHNEN

Kompost - das schwarze Gold des Gärtners

07.06.2020

Irgendwann kommt jeder Gartenbesitzer an den Punkt, an dem er sich die Frage stellt: Wohin mit dem ganzen Grünabfall?

Mir geht es eigentlich jedes Jahr so. Natürlich hat man die Möglichkeit, alles abzufahren und gegen Geld zu entsorgen. Wer sich für ein Haus, aber eher weniger für den in der Regel dazugehörigen Garten entscheidet, fährt damit vermutlich auch am besten. Allen anderen Gartenbesitzern möchte ich eine Kompostecke im Garten wärmstens ans Herz legen. 

Kompostieren - der richtige Behälter

Es gibt so viele Meinungen zum Thema Kompost. Gerade am Anfang kann das einen angehenden Hobbygärtner wirklich sehr verunsichern. Die einen sagen, ein Kompost stinkt zum Himmel, die anderen sind der Meinung, dass davon Ratten angezogen werden. Alles Unfug. Es braucht auch kein Diplom, um zu verstehen, wie ein Kompost befüllt werden muss. Ebenso wenig ist es nötig, sich einen Kunststoffbehälter für diesen Zweck in den Garten zu stellen. Ich selber bin zwar Besitzerin von zwei Thermokompostern, habe aber zu dem simplen Behälter aus Metall keinen Vorteil bemerkt. Im Gegenteil - da die Thermokomposter einen Deckel haben, muss man gerade im Sommer regelmäßig für ausreichende Befeuchtung sorgen. Also habe ich die Deckel irgendwann abmontiert, seitdem funktioniert es auch mit der Kompostierung. 

Gesunder Garten durch Kompostierung

Ich habe mal ein ganz tolles Buch über einen britischen Gartenkünstler bekommen. Darin wurde unter anderem der Punkt Kompost sehr gut beschrieben. Der Boden ist das A und O für die ganze Entwicklung unseres Gartens, die Gesundheit der Pflanzen hängt davon ab und damit die Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge. Mit anderen Worten, stabile Pflanzen mit guter Abwehr brauchen von Menschenhand weniger Pflege, weniger Gift. Klingt logisch, oder? 

Was kann alles kompostiert werden - und wie?

Wir sind so weit gegangen und kompostieren inzwischen alles, was im Garten anfällt. Unkraut, Schnittgut, Rasenschnitt - wobei wir Letzteren eher zum Mulchen der Beete nutzen. Ebenso landen pflanzliche Küchenabfälle jeglicher Art auf dem Kompost, Eierschalen, Kaffeefilter, Holzasche und manchmal auch unbedruckte Pappe. Fleisch und tierische Lebensmittel haben hier natürlich nichts zu suchen. Die Kammern sollten einen Kubikmeter fassen. Der Kompost muss nach unten offen sein, also Erdkontakt haben. 

Die einzelnen Schichten im Wechsel aus feinem und grobem Material aufschichten. Ich gebe immer etwas fertige Komposterde dazwischen, damit impft man den Kompost praktisch mit den notwendigen Pilzen und Organismen, die für die Verrottung wichtig sind. Alles schön locker aufschichten, der Kompost darf nicht verdichtet werden, denn dann kann tatsächlich Fäulnis entstehen und damit Gestank. Wer es perfekt machen will, schichtet nach 6-8 Wochen alles um, das ist aber nicht unbedingt erforderlich. Es dauert etwa 6-12 Monate, bis der Kompost fertig ist. 

Der "fertige" Kompost

Fertiger Kompost riecht wunderbar nach Waldboden. Man unterscheidet außerdem zwischen Frischkompost, der sehr nährstoffreich, von grober Struktur und nichts für junge Pflanzen ist, dafür aber ideal zum Mulchen von "erwachsenen Beeten" und Reifkompost, der fein krümelig und damit ein sehr guter Dünger ist. Ein Kompost muss immer ausreichend feucht sein, aber keinesfalls nass. Ich habe drei Behälter und denke inzwischen über eine vierte Kammer nach. Wenn eine Kammer geleert ist, kann ich sie mit dem Inhalt der anderen Kammern neu befüllen, dieses Umschichten beschleunigt die Rotte, da Sauerstoff zwischen die Schichten gelangt. Ein Kompost kann übrigens Temperaturen von 60 und sogar 70 Grad erreichen. 

Wertvolle Nährstoffe in den Garten zurückführen

Warum also den wertvollen Gartenabfall abfahren? Sicher, es ist deutlich mehr Arbeit, aber für einen gesunden Gartenkreislauf ist das Zurückführen von Nährstoffen so wichtig! Durch den Wald läuft ja auch niemand mit dem Laubsauger, das Prinzip ist genau das gleiche nur ein paar Dimensionen größer. Über die Jahre ist eine deutliche Verbesserung des Bodens sichtbar. Außerdem spart man erheblich an Dünger und damit bares Geld. Nicht zuletzt ist das Arbeiten an der frischen Luft ja auch für unseren Kreislauf ausgezeichnet.

Ich wünsche euch weiterhin ein zauberhaftes Gartenjahr! 

Eure Steffanie ❤

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