Der Kreidesee in Hemmoor ist ein beliebtes Reiseziel bei Tauchern. Foto: Archiv
Kommentar zum Tauchunfall

Kreidesee: Selbstüberschätzung ist das größte Risiko 

von Egbert Schröder | 19.11.2018

Kennen Sie die Zahl der Bergsteiger oder unerfahrenen -wanderer, die pro Jahr in Deutschland in den Tod stürzen. Nein? Ich auch nicht.

Aber wenn ein Taucher im Hemmoorer Kreidesee in Probleme gerät oder stirbt, dann ist gerade in Boulevardmedien schnell vom "Todessee" die Rede. Hört sich natürlich spektakulär und reißerisch an, ist aber Unsinn.

Fakt ist: Es gab immer wieder schwere und auch tödlich verlaufene Tauchunfälle im Kreidesee, der pro Jahr von etwa 30 000 Wassersportlern besucht wird, die bei ihrem Aufenthalt natürlich mehrere Tauchgänge absolvieren. Und sie wissen (oder müssten es wissen): Tauchen ist nun mal ein Sport, der mit Risiken verbunden ist - ebenso wie Fallschirmspringen, Drachenfliegen oder eben Bergsteigen. Die größte Gefahr ist bei diesen und anderen Sportarten die Selbstüberschätzung.

Gerade in Hemmoor sind viele Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, um Unfälle zu vermeiden. Generell gilt: Wer glaubt, nach einem Tauch-Schnupperkurs in Ägypten und ohne vernünftige Ausbildung und Ausrüstung in das nur wenige Grad kalte Wasser des Kreidesees steigen zu müssen, begibt sich leichtsinnig ins Risiko. Das ist sein Problem - nicht das des Betreibers der Tauchstation.

Egbert Schröder

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

eschroeder@no-spamcuxonline.de

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