Nutria werden besonders in Niedersachsen intensiv bejagt. Foto: dpa
Schäden an Deichen

Kreis Cuxhaven: Hegeringe machen jetzt Jagd auf Nutria

06.01.2021

KREIS CUXHAVEN. Die eingewanderte Sumpfbiberratte gilt als Gefahr für die Deiche und Uferböschungen. Deshalb machen im Kreis Cuxhaven jetzt die Hegeringe Jagd auf die Nutria.

Auch wenn ihr Fleisch in ihrer Heimat Südamerika als Delikatesse gilt und wie Spanferkel schmecken soll - die Nutria genannte Sumpfbiberratte ist hierzulande für Deiche und wasserdurchzogene Kulturlandschaften regelrecht eine Gefahr. Nutrias legen meterlange, unterirdische Höhlensysteme im Uferbereich und in Deichanlagen an und gefährden deren Stabilität, was zu Überschwemmungen von Agrar- und Siedlungsflächen führen kann. Durch die Nutria verschwinden Bruträume für Fische und Wasservögel. Das Bundesamt für Naturschutz empfiehlt deshalb den systematischen Einsatz von Lebendfangfallen und den Abschuss.

Kühe brechen ein

"Wir begrüßen die gezielte Bejagung der Tiere, denn sie zerstören nicht nur Dämme, Uferböschungen und Gräben. Ihre Bauten ziehen sich bis weit in die angrenzenden Weideflächen hinein, sodass Kühe in die von Nutria verursachten Löcher einbrechen und sich dabei schwere Verletzungen zuziehen können", erklärt Landvolk-Vizepräsident Manfred Tannen. Nutria dürfen in Niedersachsen ganzjährig bejagt werden.

Zwischen April 2019 und April 2020 sind knapp die Hälfte aller in Deutschland erlegten 88.000 Nutrias in Niedersachsen getötet worden, so der Deutsche Jagdverband, rund 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Bejagung der dämmerungs- und nachtaktiven Nutrias erfolgt am effektivsten an Wechseln zu landwirtschaftlichen Kulturen, in denen sie Schäden anrichten. Niedersachsen hat drei Berufsjäger als Ansprechpartner für die Jägerschaft angestellt und 650 Nutriafallen beschafft, die mit elektronischen Fangmeldern ausgestattet sind.

Zusammenarbeit mit Landwirten

Auch die Hegeringe arbeiten eng mit Landwirten und Behörden zusammen, um die Verbreitung der sich schnell fortpflanzenden "Silberratten" einzudämmen. Nutria sind in vielen Gegenden Niedersachsens heimisch geworden; vor allem haben sich im Norden (Elbe) und Nordwesten (Ems) Populationen gebildet. Die Tiere bringen zwei bis drei Mal im Jahr Würfe mit sechs bis acht Jungen zur Welt, die nach fünf Monaten geschlechtsreif sind. Neben dem Land unterstützen auch Landkreise die Bejagung finanziell durch Fangprämien oder Geld für die Beschaffung von Fallen. (lpd)

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