Fachkräfte werden dringend gesucht. Archivfoto: Mangels
Tourismus

Kreis Cuxhaven: Stimmung im Tourismus geteilt

08.07.2019

HAMBURG / KREIS CUXHAVEN. Die IHK Nord hat die Betriebe des Gastgewerbes und der Reisewirtschaft aus den fünf norddeutschen Bundesländern zur konjunkturellen Lage im Tourismus in den vergangenen sechs Monaten befragt.

Knapp 1100 Betriebe haben an der Befragung teilgenommen. Die Stimmungslage der gastgewerblichen Betriebe in den norddeutschen Bundesländern ist im Vergleich zum Vorjahr spürbar gestiegen, heißt es. Dies spiegelt der touristische Konjunkturklimaindex mit einem Zuwachs um mehr als 12 auf 132,7 Punkte im Vergleich zum Frühjahr 2018 wider.

Die Lage der Reisewirtschaft wird hingegen zurückhaltender bewertet. Mit einem Wert von 102,6 Punkten fällt der Klimaindex um mehr als 30 Punkte zum Vorjahresergebnis. Der aus der Umfrage ermittelte Konjunkturklimaindex bildet die aktuelle Stimmung der Branchen zwischen 0 und 200 Punkten ab.

Die deutlich zurückhaltende Bewertung der Geschäftslage in der Reisewirtschaft im Vergleich zum Vorjahr erklärt sich durch die wachsenden Herausforderungen an die Branche, etwa in Bezug auf Digitalisierung, Bürokratie, Fachkräftemangel, wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen sowie Energie- und Rohstoffpreise. "Die Anforderungen nehmen zu. So birgt der digitale Veränderungsprozess nicht nur Chancen, sondern bereitet den Betrieben der Reisewirtschaft durchaus auch Sorgen - vor allem den Reisebüros. Zudem schafft unnötige Bürokratie Unsicherheit und einen erhöhten Arbeitsaufwand", stellt Friederike C. Kühn, Vorsitzende der IHK Nord, fest.

Attraktiver Norden

"Norddeutschlands Attraktivität als Reisedestination steigt immer weiter", so Kühn. Das zeige sich auch in der guten Stimmungslage des Gastgewerbes. Allerdings stelle das Wachstum die Branche auch vor neue Aufgaben. Der Fachkräftemangel bremse Hoteliers und Gastronomen vielfach aus. Ob das neue Fachkräftezuwanderungsgesetz des Bundes mit seinen hohen Anforderungen an mitgebrachte Qualifikationen der Branche dient, bleibe abzuwarten. Politik und Betriebe seien weiterhin gefragt, die Attraktivität für Fachkräfte sowohl bei den Rahmenbedingungen als auch in den Betrieben selbst weiter zu erhöhen. Gleichzeitig steigen die Ansprüche der Gäste, die immer reiseerfahrener werden und Angebote online intensiver vergleichen.

Die touristischen Unternehmer müssen ihr Angebot entsprechend anpassen und modernisieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Häufig sei dies nur über eine Fremdfinanzierung möglich, so die IHK Nord. In der Saisonumfrage lasse sich allerdings ablesen, dass nur knapp einem Drittel der befragten gastgewerblichen Betriebe und mehr als einem Viertel der Befragten der Reisewirtschaft ein guter Zugang zu Fremdfinanzierungen gegeben war.

Die IHK Nord ist der Zusammenschluss zwölf norddeutscher Industrie- und Handelskammern aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Auch die IHK für den Elbe-Weser-Raum gehört dazu. Arbeitsschwerpunkte der IHK Nord sind die maritime Wirtschaft mit dem Schwerpunkt Infrastruktur und Seeverkehr, die Energie- und Industriepolitik, der Tourismus, die Ernährungswirtschaft und die Außenwirtschaft.

www.ihk-nord.de

Lesen Sie auch...
Verkehr und Umwelt

Kreis Cuxhaven: Wasserstoffzüge ziehen weltweites Interesse auf sich

17.09.2019

BREMERHAVEN/KREIS CUXHAVEN. Die weltweit ersten Wasserstoffzüge in Niedersachsen haben in ihrem ersten Betriebsjahr das Interesse vieler Länder geweckt.

Windkraft

Siemens Gamesa und Senvion: 900 Arbeitsplätze weg?

16.09.2019

KREIS CUXHAVEN. Nach Tagen und Wochen der Unsicherheit lichten sich langsam die Nebel um die Zukunft des insolventen Windanlagenbauers Senvion.

Windkraft

Siemens Gamesa soll Teile von Senvion übernehmen

16.09.2019

HAMBURG/CUXHAVEN/BREMERHAVEN. Der deutsch-spanische Anlagenbauer Siemens Gamesa soll wesentliche Teile des insolventen Windanlagenbauers Senvion übernehmen.

Förderung

Niedersachsen besorgt wegen Gasprojekts im Wattenmeer

14.09.2019

KREIS CUXHAVEN. Die Landesregierung möchte die niedersächsischen Interessen bei der niederländischen Planung zur Erdgasförderung im Wattenmeer vor der Insel Borkum verteidigen.