Kunst lebt von der Kontroverse

19.04.2018

Der Otterndorfer Fachausschuss hat sich für Esther Stockers Entwurf am Museum gegenstandsfreier Kunst ausgesprochen. Dazu ein Kommentar von Ulrich Rohde.

Wenn es um die Verteidigung der Kunstfreiheit geht, gibt es keine Kompromisse. Sie ist ein ebenso hohes Gut wie die Meinungs- und Pressefreiheit. Aber selbstverständlich muss man über Kunst diskutieren dürfen, gelegentlich sogar unsachliche oder unfachliche Äußerungen tolerieren. Was man aber nicht tun sollte, ist die Kunst in einen Kokon einzuspinnen, damit ihr „Volkes Stimme“ nichts „Böses“ antun kann. Gute Kunst sollte stark genug sein, um Entrüstung auszuhalten und am Ende setzt sie sich sowieso immer durch. Ob der Otterndorfer Bauausschuss sich einen Gefallen damit getan hat, die Debatte über die umstrittene Fassadengestaltung am Museum gegenstandsfreier Kunst ganz ans Ende einer ermüdend langen Tagesordnung zu setzen, womöglich, um Kontroversen aus dem Weg zu gehen, ist zumindest fraglich. Wohlgemerkt: Der Ausschuss hat aus meiner Sicht richtig in der Sache entschieden, aber nach meinem Empfinden einen Austausch unnötigerweise unterbunden, der vielleicht spannend hätte werden können.

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