"Welcome to Cuxhaven" - diese Einladung möchte das Organisationsteam direkt ausweiten auf die nächsten Demokratiekonferenz. Das Mitmach-Kunstprojekt im Bürgerbahnhof (Foto) ist ein gelungenes Beispiel für eine Verbindung von Demokratie und Kultur, was auch Thema der Konferenz sein wird. Foto: Reese-Winne
Gesellschaft

Kunst und Kultur machen sich stark für Demokratie

von Maren Reese-Winne | 27.02.2019

CUXHAVEN. Am 20. Juni vergangenen Jahres beschloss der Deutsche Städtetag ein Positionspapier, in dem er klar die Bedeutung von Kultur und Kulturpolitik mit der Sicherung der Demokratie verknüpfte.

"Das ist genau das, was wir mit dem Programm 'Demokratie leben!‘ in Cuxhaven seit viereinhalb Jahren umsetzen!", stellt Gabriele Hoffmann von der Stadt Cuxhaven fest. Daher dient das Positionspapier des Städtetags jetzt auch als Grundlage für die nächste Demokratiekonferenz am Montag, 11. März.

Treffpunkt ist wie immer das Havenhostel; Beginn ist um 15 Uhr und das Thema lautet: "Demokratie stärken - Kunst und Kultur für eine offene Gesellschaft". "Wir werden erst die fünf Thesen des Städtetags-Papiers erläutern und uns dann mit jeder dieser Thesen in Diskussionsrunden näher auseinandersetzen", heißt es aus dem Organisationsteam.

Dabei solle insbesondere der Bezug zu Cuxhaven hergestellt werden: Was gibt es schon, wie wirkt es, wo liegen Chancen, welche Empfehlungen gibt es? "Kunst soll dabei auch präsent sein", verrät Moderatorin Christiane Johannsen: Zum einen werde es musikalische Beiträge geben und zum anderen solle in Form eines "Graphic Recording" eine Dokumentation der Konferenz entstehen - das heißt, Gedanken und Äußerungen werden als Improvisation direkt in große Bilder umgesetzt. Grundlage der Überlegungen ist die vom Städtetag durch sein Positionspapier verstärkte Überzeugung, dass Kunst und Kultur immer auch politisch, ja geradezu gefordert sind, für Freiheit und Demokratie einzutreten. Zudem böten sie eine Plattform für Begegnung, aber auch gesellschaftspolitischen Diskurs. Die Kunstfreiheit sei gerade in einer Zeit zunehmender autoritärer, nationalistischer und populistischer Bestrebungen zu schützen.

Der Jugendbeirat Cuxhaven begleitet den Nachmittag mit der Kamera, um Fotos und Videos - in der Hoffnung auf Live-Rückmeldungen - direkt in den sozialen Netzwerken zu posten. "Natürlich werden nur diejenigen fotografiert, die dem auch zustimmen", versichert Gabriele Hoffmann. Die Initiatorinnen und Initiatoren hoffen, mit diesem Thema neue Interessierte für die Mitarbeit in der Demokratiekonferenz zu gewinnen.

Zweimal jährlich eine Demokratiekonferenz einzuberufen, ist eine verpflichtende Anforderung an alle Kommunen, die in das Förderprogramm "Demokratie leben!" des Bundes aufgenommen worden sind. Wer dabei sein möchte, melde sich bitte bis zum 4. März bei Andrea Gehrt, Telefon (0 47 21) 700 677, an.

Dass das Organisationsteam ausgerechnet den Bürgerbahnhof als Ort für Vorbereitung und Pressegespräch auswählte, ist kein Zufall: "Dieses bewundernswerte Projekt ist ein gelungenes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn Mitmachen und Mitmischen, Nähe zu den Menschen und Vernetzung gesucht werden", waren sich Gabriele Hoffmann, Rüdiger Pawlowski, Svenja Plock, Andrea Gehrt (alle Stadt Cuxhaven), Jörg Flehnert (Koordinierungsstelle "Demokratie leben!"), Sophie Schad und Christiane Johannsen (Moderatorinnen) einig.

Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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