Aktion

Landwirtschaft im Cuxland lässt Blumen blühen

14.01.2018

KREIS CUXHAVEN. Flankierend zur "Internationalen Grünen Woche" in Berlin vom 19. bis 28. Januar wollen die Initiatoren von "Wir machen Euch satt" auch in diesem Jahr wieder ein Zeichen für die Landwirtschaft setzen. (red)

Anders als in den zurückliegenden Jahren soll es aber keine zentrale Kundgebung in Berlin geben. Die Aktion wird auf regionale Veranstaltungen begrenzt. An mindestens 100 Orten in Deutschland wollen die Landwirte Flagge zeigen.

Das Motto lautet in diesem Jahr „Deutschland blüht auf!“. Landwirtinnen und Landwirte, Landfrauen und die Landjugend aus dem Landvolk-Kreisverband Wesermünde wollen mit Verbrauchern am Sonnabend, 20. Januar, von 9 bis 12 Uhr in Dorum in Gespräch kommen. Ort der Aktion ist der Parkplatz des Edeka-Marktes Mendes.

Im Mittelpunkt sollen die Bemühungen der Landwirte für die Artenvielfalt stehen. Sichtbares Zeichen dafür seien die zahlreichen Blühstreifen in der Feldflur. Um auf diese Naturschutzmaßnahmen durch die Landwirtschaft hinzuweisen, sollen im Januar Blühmischungen in den Städten und Gemeinden verteilt werden mit dem Versprechen, dass Landwirte das ganze Jahr über für eine reichhaltige Blütenvielfalt auf ihren Feldern sorgen.

Gesunde Öko-Betriebe

Ökologische Wirtschaftsweise und Landschaftsschutz stehen zunehmend – nicht allein hervorgerufen durch gesetzliche Verordnungen – im Fokus der landwirtschaftlichen Interessenvertretungen. Das hat auch handfeste ökonomische Gründe. Denn die Einkommenssituation von Bio-Betrieben in Niedersachsen ist derzeit weitaus besser als die der konventionell wirtschaftenden Kollegen. Die Landwirtschafskammer Niedersachsen präsentierte am Donnerstag die Jahresabschlüsse der niedersächsischen Öko-Betriebe. Danach liegen die Unternehmensergebnisse der Öko-Bauern jetzt bei durchschnittlich 85 000 Euro. Konventionell wirtschaftende bäuerliche Familienbetriebe erwirtschaften hingegen lediglich 61 400 Euro.

Ursache für die Einkommensspanne seien neben höheren Preisen für Öko-Produkte auch staatliche Transferleistungen, die an Bio-Betriebe zusätzlich gezahlt werden, so die Kammer. 2016 gab es 1646 Öko-Betriebe in Niedersachsen, 20 Prozent mehr als im Jahr davor. Das entspricht insgesamt allerdings nur gut vier Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen. Ökologisch werden derzeit etwa 87 000 Hektar bewirtschaftet, 3,5 Prozent der niedersächsischen Acker- und Grünlandflächen. In den niedersächsischen Öko-Betrieben werden knapp zwei Prozent des Viehbestandes gehalten.

Die Vorteile der ökologischen Landwirtschaft liegen dennoch auf der Hand: Erhielten konventionelle Milchviehhalter im Wirtschaftsjahr 2016/17 im Durchschnitt nur 29 Cent je Liter Milch, wurde die Biomilch oberhalb der 44-Cent-Marke vergütet. Das schlägt sich auch in den betrieblichen Gewinnen nieder (öko: 72 300 Euro, konventionell: 49 600). Allerdings macht ökologisch erzeugte Kuhmilch nur etwa 2,5 Prozent des gesamten deutschen Milchmarktes aus. Noch lukrativer ist das Geschäft für Öko-Ackerbauern. Hier macht sich vor allem der Vorteil der Direktvermarktung bemerkbar, durch die eine höhere Wertschöpfung erzielt werden kann.

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