Willi Echternkamp ist seit rund 34 Jahren der 1. Vorsitzende vom Reit & Fahrverein Hechthausen-Basbeck und Umgebung. Er fühlt sich in der Gegend um Hechthausen pudelwohl. Foto: Witthohn
Ortskernkampagne Hechthausen

Hechthausen: "Immer weniger Handwerksbetriebe und bald kein Elektro-Geschäft mehr"

von Herwig V. Witthohn | 24.06.2022

HECHTHAUSEN. Willi Echternkamp steht seit über 30 Jahren an der Spitze des Reit- und Fahrvereins Hechthausen-Basbeck und Umgebung und blickt im Gespräch mit unserem Medienhaus auf die weitere Entwicklung Hechthausens. 

Willi Echternkamp ist Laumühlener und Hechthausener aus Überzeugung. Hier erblickte er am 9. Oktober 1946 das Licht der Welt, hier ging er zur Schule und erlernte seinen Beruf, er war viele Jahre lang als Maurer und Polier tätig.

Verheiratet ist Willi Echternkamp mit seiner Helga. Die beiden haben drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Seit 1974 gehört er dem Vorstand des Reit & Fahrvereins Hechthausen-Basbeck und Umgebung an, seit 1988 steht er als 1. Vorsitzender an der Spitze des Vereins, der 386 Mitglieder hat. Er wohnt mit seiner Familie in Laumühlen.

Herr Echternkamp, wie wohl fühlten und fühlen Sie sich in Hechthausen?

Leider gibt es in der Region immer weniger Handwerksbetriebe und wir werden wohl bald kein Elektro-Geschäft mehr haben. Aber Ansonsten sind wir hier gut aufgestellt. Versorger wie Netto sind hier, die Nahversorgung ist völlig in Ordnung. Wir haben eine sehr gute Schule, Kindergarten, Vereine wie TuRa, Reitsportvereine, Schützenvereine und die beiden Feuerwehren. Ein neues Feuerwehrhaus wird bald fertig gebaut sein. In der Feuerwehr Klint ist auch meine Familie involviert und Feuerwehren sind generell wichtig für eine wirklich funktionierende Gemeinschaft. Die Vereine in Hechthausen helfen sich auch untereinander, das ist wirklich hervorragend. Und auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde ist grandios, übrigens auch mit der Gemeinde Hemmoor.

Ist das Angebot in Hechthausen attraktiv genug, um hier wohnen zu bleiben, vor allem für jüngere Menschen?

Das mit der Bahnverbindung hat ja schon mal hervorragend funktioniert. Neue Häuser werden gebaut, aber das mit dem Hamburger Verkehrsverbund war so wichtig für uns hier in Hechthausen. Die Gegend ist schön, die Zusammenarbeit mit den Nachbarn von unsrem Reitverein ist super, nur die Reit-AG in der Schule bräuchte eine Wiederbelebung. Unser Verein engagiert sich im Voltigieren, im Reitsport und im Gespannfahren. Andere Vereine decken sehr viele Sportarten ab, mehr geht eigentlich in dieser Hinsicht nicht. Die Gegend um unsere Oste ist wunderschön, die Verkehrsanbindung in alle Richtungen top. Der Wassersport hat doch noch viel Potenzial. Ich denke, in Hechthausen kann man gut leben und Hechthausen bietet auch für jüngere Familien Chancen.

Was glauben Sie: Wie wird Hechthausen in zehn Jahren aussehen?

Es wird noch sehr viel gebaut werden. Vor allem von jungen Familien, die den Arbeitsplatz in Hamburg oder Stade haben. Die Region um die Elbe muss sich weiter industriell entwickeln. Und das wird sie auch!

Wie zufrieden sind Sie mit dem Engagement Ihrer Mitbürger hier in Hechthausen?

Im Moment vorübergehend ein bisschen wenig, aber das liegt ja auch an den komischen Zeiten. Ich würde mir wünschen, dass unsere Volksvertreter ein bisschen fairer miteinander umgehen würden. Man ärgert sich schon, wenn man mal zu Ratssitzungen geht. Das Engagement in meinem Verein begeistert mich. Wir bekommen Hilfe bei allen Veranstaltungen von Alteingesessenen. Die Neubürger schnuppern rein, mehr noch nicht. Aber über das Voltigieren engagieren sich auch die Eltern der Kinder, die neu sind. Sie pflegen die Anlage sogar mit.

Was gefällt Ihnen am besten in Hechthausen? Was am schlechtesten im Ortsteil Hechthausen?

Mir gefallen die Landschaft, das ruhige Leben, das Miteinander in den Feuerwehren und den Vereinen, deren Mitgliedsbeiträge bezahlbar sind und auch die gute Zusammenarbeit mit der Kirche. Negativ fällt mir gar nichts auf.

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Alle Beiträge der Ortskern-Kampagne mit dem Cuxhavener Stadtteil Groden und dem Ort Hechthausen finden Sie hier. Dort können Sie auch an einer Umfrage zu den beiden Orten teilnehmen.

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Herwig V. Witthohn

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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