Geschichte der Duhner Lesehalle

Leuchten und Lesen

11.07.2013

DUHNEN. Am Ende der Duhner Strandstraße, so benannt seit dem 18. Mai 1935, wurde vor 75 Jahren, am 10. Juli 1938, die Lesehalle offiziell eröffnet. Sie wurde auf Veranlassung des städtischen Bauamtes als einstöckiger Flügelbau mit vorgelagerter Terrasse errichtet und in einer Feierstunde mit Kurkonzert durch den damaligen Oberbürgermeister Wilhelm Klostermann, als Cuxhavener OB eingesetzt vom 1. April 1937 bis 19. Mai 1945, eingeweiht.

Der weitere Anbau des westlichen Flügels erfolgte erst im Jahre 1951. Auf dem Dach der Lesehalle wurde 1958 ein Leuchtturm (Duhner Leuchtfeuer) installiert, dessen Aufgabe später durch den Neuwerker Leuchtturm übernommen worden ist. Mit Wirkung vom 1. Juni 1980 wurde das Duhner Leuchtfeuer ersatzlos gestrichen. Danach erinnerte nur noch eine schwach brennende Lampe an die ursprüngliche Bedeutung dieses Feuers, um nächtlichen Wattwanderern als Orientierung zu dienen.

Auf dem Dach der Lesehalle befindet sich seit 1980 eine Schwimmmeisterstation, die am 16. August 1980 in Betrieb gegangen war, außerdem beherbergt sie ein Atelier für die Esslinger Künstlergilde. Seit Anfang April 2006 befindet sich in der „Lesehalle“ ein gastronomischer Betrieb, das „Leuchtfeuer“. Auch eine behindertengerechte Dusche nebst öffentlicher Toilette wurden in dem seinerzeit sanierten Gebäudekomplex eingerichtet.

Besonders eng verbunden war Prof. Franz Rotter mit der Künstlergilde; auf seine Initiative geht die Gründung des Ateliers der Esslinger Künstlergilde zurück, das zuerst in Döse in Deichnähe, später unter dem Dach der Duhner Lesehalle eingerichtet war.

Zurück zum vorher erwähnten Duhner Leuchtfeuer, das in enger Beziehung zur Geschichte der Lesehalle steht. Bevor im Jahre 1958 das Leuchtfeuer Duhnen auf dem Dach der Duhner Lesehalle in einem dazugehörigen Turmzimmer installiert worden war, befand sich am Deich an der Strandstraße in Höhe des Anwesens des Landwirts und Postfahrers Willy Brütt ein Häuschen, in welchem bereits seit 1931 das Hilfs-Leuchtfeuer Duhnen eingerichtet war.

Zu diesem Zeitpunkt (März 1931) hatte die Hamburger Bürgerschaft zugleich umfassende Uferschutzmaßnahmen für das Amt Ritzebüttel beschlossen, wozu auch die Errichtung eines Betonbauwerks in Duhnen, bestehend aus Stützmauer und Plattenweg am Strand, gehörte. Die Optik des Leuchtfeuers von 1931 bestand aus einer Gürtellinse, deren Glasringe auf Hochglanz geschliffen waren. Als Lichtquelle für die Kennung diente eine elektrisch betriebene 100-Watt-Scheinwerferlampe mit einem drei Sekunden andauernden Blitz, gefolgt von einer Pause von einer Sekunde bei einer Wiederkehrfrequenz von vier Sekunden. Diese Kennung wurde durch einen umlaufenden Blendenrahmen erzeugt, der durch ein Gewichtsuhrwerk in Gang gehalten wurde.

Das Gewichtsuhrwerk war so eingestellt, dass der Blendenrahmen sich in 32 Sekunden einmal ganz herumdrehen konnte. War die Umdrehungszahl des Blendenrahmens optimal eingestellt, hatte das Uhrwerk eine Laufzeit von sieben Stunden. Damit bei einem Stromausfall der Betrieb des Leuchtfeuers aufrechterhalten werden konnte, hatte man als Ersatzlichtquelle eine zusätzliche Petroleumdochtlampe installiert.

Gemäß Auskunft des Cuxhavener Wasserstraßenamtes vom Mai 1931 war für besondere Zwecke, zum Beispiel für das Aussetzen eines Rettungsbootes, auch noch ein elektrisch betriebenes Nebenfeuer vorhanden, dessen Lichtquelle ebenfalls aus einer 100-Watt-Scheinwerferlampe bestand, die durch das Einstecken des Steckers des Zuleitungskabels in eine Steckdose in Betrieb genommen werden konnte.

PETER BUSSLER

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