Das "Deichbrand-Festival" 2019: Mit gut 60 000 Besuchern, 3500 festen und ehrenamtlichen Mitarbeitern und einem Budget von etwa 10 Millionen Euro ist es als prominentes Beispiel aus der Kreativbranche zu einem ernst zu nehmenden Wirtschaftsfaktor in der Region geworden. Foto: Kolbenstetter
Elbe-Weser-Raum

Medien-, Kultur und Festivalbranche im Cuxland wächst

10.09.2019

KREIS CUXHAVEN. Sie ist bunt, innovativ und ein nicht mehr zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor: die Kultur- und Kreativwirtschaft.

Die Branche zeigt auch im Elbe-Weser-Raum wachsende Tendenzen. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Datenbericht der Metropolregion Hamburg, den die IHK Stade auf die Landkreise Cuxhaven, Rotenburg und Stade heruntergebrochen hat.

"Webdesigner, Zeitungsverleger, Festivalveranstalter, Künstler oder Buchhändler - sie alle arbeiten in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Der Beitrag dieser Branche zur volkswirtschaftlichen Gesamtleistung in der Region ist nicht zu unterschätzen", fasst Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Stade, die Kernaussagen des Datenberichtes für ihren IHK-Bezirk zusammen. Eine vielfältige Kultur und bunte Kreativszene sei zudem als sogenannter weicher Standortfaktor bedeutsam, um Familien, Jugendliche und damit Fachkräfte an die Region zu binden. "Die Kultur- und Kreativwirtschaft trägt stark zu attraktiven und lebenswerten Städten und Gemeinden bei. Das spielt auch für unternehmerische Ansiedlungen eine wichtige Rolle", so Bielfeldt.

Mit einem Umsatzvolumen von rund 313 Millionen Euro und gut 6700 Erwerbstätigen steht die Kultur- und Kreativwirtschaft in den Kreisen Cuxhaven, Rotenburg und Stade laut IHK gut da.

Aufstieg des "Deichbrand"

Eines von vielen, aber auch eines der prägnantesten Beispiele für den Aufstieg der Kreativbranche in der Region ist das "Deichbrand"-Festival in Wanhöden. 2005 mit 500 Besuchern und einem Budget von 30 000 Euro gestartet, zählt es heute zu den größten und erfolgreichsten Musikfestivals in Deutschland und Europa. In diesem Jahr kamen etwa 60 000 Besucher, das Budget liegt bei etwa 10 Millionen Euro. Über 100 Firmen arbeiten beim "Deichbrand" mit, vom Elektriker bis zur Security. Der Veranstalter, die ESK Events & Promotion GmbH, beschäftigt heute 15 Personen. Während des Festivals sind 3500 Beschäftigte und ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Rund 2000 davon gehören zu Polizei, Feuerwehr, Rettungs- und Ordnungsdienst. Zum Vergleich: Beim Start des Festivals vor 14 Jahren im Cuxhavener Fort Kugelbake gab es nur rund 40 Helfer. Das Festival hat sich damit als durchaus ernst zu nehmender Wirtschaftsfaktor in der Region etabliert.

Doch es sind nicht nur Mega-Events wie der "Deichbrand", die ihren Teil zur Wertschöpfung in der Region beitragen. Eine Vielzahl an Galerien, Mediendesignagenturen oder auch Kunst- und Antiquitätenläden tragen zum Erfolg der Kreativwirtschaft bei.

Kathrin Wiellowicz, Dienstleistungsreferentin der IHK Stade: "Die Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft im Elbe-Weser-Raum ist in den letzten Jahren zwar in kleinen Schritten und ohne viel Tamtam erfolgt, aber letztlich ist eine stetige Wachstumskurve sowohl in Anzahl der Erwerbstätigen als auch in Umsatz und Wertschöpfung zu beobachten". Die Landkreise Stade und Rotenburg profitieren demnach insbesondere von einem lebendigen Presse- und Architekturmarkt, im Landkreis Cuxhaven hat zusätzlich der Kunstmarkt eine überdurchschnittliche Bedeutung.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft sichtbar machen und mit anderen Wirtschaftsbranchen vernetzten - das ist nun erklärtes Ziel der IHK Stade.

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