Benefizaktion

Mit dem E-Bike von Cuxhaven nach Genua

17.08.2018

CUXHAVEN. Hans-Georg Brönhorst fährt mit dem E-Bike 1300 Kilometer von Cuxhaven nach Genua - für den guten Zweck aber auch für sein eigenes Seelenheil. Von Josip Pejic

Für harte körperliche Arbeit war sich Hans-Georg Brönhorst noch nie zu schade. Als junger Mann schuftete er in der familienbetriebenen Kfz-Werkstatt, später absolvierte er eine Ausbildung zum Personen- und Eventschützer, die ihn körperlich an seine Grenzen brachte. „Ich bin schon von Berufswegen sportlich sehr aktiv. Während meiner sechsmonatigen Ausbildung zum Personenschützer gehörten regelmäßige Langläufe ebenso zum Programm wie harte Fitnessübungen.“

Um sich auf die Radtour nach Genua vorzubereiten, ist er zuletzt pro Tag bis zu 80 Kilometer Rad gefahren. „Ich gehe davon aus, dass auch 150 Kilometer kein Problem sein werden.“ 150 Kilometer – das ist das Tagespensum, das der 37-Jährige sich selbst auferlegt hat. Nur so ist die knapp 1300 Kilometer lange Strecke von Cuxhaven nach Genua in zwölf Tagen zu schaffen. Zweifel daran, dass er sein Ziel erreicht, hat er nicht. „Das haben andere vor mir auch geschafft, sogar ohne E-Bike.“

Mit der Radtour möchte er sein Seelenheil pflegen. Nach dem plötzlichen Krebstod seines Vaters im Januar sind die Dinge in Brönhorsts Leben unerwartet durcheinander geraten. Eigentlich hatte er vor gehabt, seine langjährige tunesische Freundin zu heiraten, das Paar steckte in Tunesien mitten in den Hochzeitsvorbereitungen. Drei Tage vor der Hochzeit erhielt er einen Anruf von seiner Mutter: „Dein Vater liegt auf der Intensivstation, du musst sofort nach Hause kommen.“ Er ließ augenblicklich alles stehen und liegen und eilte nach Cuxhaven zurück, doch es war bereits zu spät. Nur wenige Tage später erlag sein Vater seinem Krebsleiden.

„Der Tod meines Vaters, der ganze Stress durch die geplatzte Hochzeit – all das hat mich so mitgenommen, dass ich beschlossen habe, jetzt mal was für mich zu tun. Ich möchte den Kopf endlich wieder frei bekommen und zu mir selbst zurück finden. Diese Radtour ist dafür das ideale Mittel. Im Flugzeug sitzen kann jeder“, erklärt Brönhorst. Um sich unterwegs nicht mit zu viel Gepäck abmühen zu müssen, wird Brönhorst auf seiner Tour von einem Freund begleitet. Dieser transportiert auf seinem Roller technisches Equipment, Zelt sowie Fahrradersatzteile. Allerdings nur bis zur Schweizer Grenze, danach ist er bis Genua auf sich allein gestellt.

Doch es geht für Brönhorst auf dieser Reise nicht nur um ihn selbst. Schon seit Beginn der Planungen keimte in ihm der Wunsch, mit seiner Aktion etwas Gutes zu bewirken. „Nachdem ich meinen Vater an den Krebs verloren habe, lag es für mich nahe, die Tour als Benefizaktion in den Dienst der Deutschen Kinderkrebshilfe zu stellen“, so Brönhorst. Der 37-jährige ist selber Vater dreier Kinder und die Vorstellung, dass eines von ihnen das gleiche Schicksal ereilen könnte wie seinen Vater, ließ ihm keine Ruhe. „Am schlimmsten finde ich den Gedanken, dass schwerkranke Kinder sterben müssen, bevor sie eine Chance hatten, sich ihre Träume zu erfüllen.“

Neben der Deutschen Krebshilfe unterstützt Brönhorst mit seiner Radtour auch die internationale Naturschutzorganisation WWF. Beide Organisationen werden seine Tour auf ihren Webseiten mit Status-Updates begleiten. Was er machen wird, wenn er in Genua angekommen ist, steht für Hans-Georg Brönhorst bereits fest: „Ich werde erst einmal wieder vom Fahrrad absteigen und mit der Fähre nach Tunesien zu meiner Freundin fahren. Da ist noch eine Hochzeit, die nachgeholt werden muss. Der Trip nach Genua ist somit zugleich auch mein Junggesellenabschied.“

Ein Video zum Thema finden Sie hier.

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