Ein Mitarbeiter am Institut für Vogelforschung beringt eine gefangene Bachstelze. Foto: Rehder/Archivbild
Natur/Technik

Mit Helgoland-Ringen und Hightech dem Vogelflug auf der Spur

12.06.2019

HELGOLAND. Rund 180 000 Vögel werden jährlich mit "Helgoland-Ringen" beringt.

Das Institut für Vogelforschung Vogelwarte Helgoland (IfV), das seinen Hauptsitz mittlerweile in Wilhelmshaven hat, ist die Beringungszentrale für Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Hessen. In den knapp 110 Jahren seines Bestehens sind nach Angaben des Instituts etwa neun Millionen Vögel mit Ringen des Instituts beringt worden, zu denen bisher etwa 700 000 Funde vorliegen. Der gesamte Ringfundbestand des IfV ist digitalisiert. Die Beringungs- und Funddaten werden mit einem speziell entwickelten Datenbanksystem bearbeitet und archiviert.

Auf Helgoland selbst werden jährlich im Schnitt etwa 10 000 Vögel gefangen, bestimmt, vermessen, beringt und wieder freigelassen. "365 Tage im Jahr versuchen wir, Vögel zu fangen", sagt der Technische Leiter der Inselstation der Vogelwarte Helgoland, Jochen Dierschke. Um die Arbeit zu erleichtern, wurde schon vor etwa 100 Jahren der Fang-Garten mit den weltweit bekannten Helgoländer Trichterreusen auf dem Oberland angelegt. Die Tagesfangsumme variiert zwischen Null und etwa Tausend Tieren. Die auf Helgoland gefangenen Vögel werden nicht nur der Art und dem Geschlecht nach bestimmt, sondern genauestens vermessen. Dann erhalten die Vögel ihren Ring und werden wieder in die Freiheit entlassen. Die Prozedur pro Vogel dauert in der Regel etwa eine Minute. (dpa)

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