Versorgung

Nach Abgängen von Ärzten: Politik redet über Capio-Klinik in Otterndorf

von Wiebke Kramp | 08.09.2019

OTTERNDORF. Der Weggang von Chefarzt Bauer und seiner beiden Oberärzte aus der Capio-Klinik Otterndorf beschäftigt Menschen. Es berührt und bewegt sie.

Sie machen sich Gedanken über die Klinik und zur Versorgung. Das tun auch die Kommunalpolitik und Verwaltung - und unterstreichen gegenüber unserem Medienhaus, dass sie keine akute Gefahr sehen und sich gegenwärtig keine Sorgen um die Standortfrage mache.

Dennoch wird das Thema auf politischer Ebene aktuell diskutiert. Etwa im kommunalen Kreis-Krankenhausbeirat, der auch nach Privatisierung des früheren Kreiskrankenhauses aus Verbundenheit bestehen blieb und einmal im Jahr zusammenkommt.

Dieser intern tagende Beirat traf sich am Donnerstag. Er wurde - wie unser Medienhaus erfuhr - von Capio-Verwaltungschefin Diana Möller über die gegenwärtige Situation und ihre Vorstellungen informiert. So habe sie dargelegt, wie das weggegangene medizinische Personal ersetzt werden soll und sie sich die Organisation weiterhin vorstellt.

Anwesend waren auch Vertreter des Personalrates der Klinik, die gegenüber allen Beteiligten ausdrücklich und deutlich ihre enge Verbundenheit zu ihrer Arbeitsstelle zum Ausdruck gebracht haben sollen.

Kreis-Sozialdezernent Friedhelm Ottens unterstrich die hohe Bedeutung des kleinen Krankenhauses. Er sehe eine gute Zusammenarbeit gerade bei der Pflegeausbildung oder auch bei Weiterqualifizierungen von Hausärzten. Auf Nachfrage erklärte Ottens, dass er für den Bestand des Hauses aktuell keinen Grund zur Sorge sehe. In Ottens Augen habe sich Verwaltungschef in Möller viel Zeit genommen für die Personalentwicklung und künftige Ausrichtung. Es müsse jedoch insgesamt in der Region geschaut werden, was getan werden könne, um dieses von der Bevölkerung gut angenommene Krankenhaus dauerhaft zu unterstützen. Dies vor allem vor dem Hintergrund eines schwierigen Gesundheitssystems.

Auch der Otterndorfer Claus Johannßen, SPD-Fraktionschef im Kreistag, war Teil der Beiratsrunde: "Wir haben großes Interesse daran, dass das Krankenhaus in der Öffentlichkeit positiv dargestellt wird. Das Personal machte uns deutlich, dass alle an dieser Klinik hängen." Zum aktuellen Weggang von führenden Ärzten um Markus Bauer sagte Johannßen, auch an anderen Häusern gebe es hohe Fluktuationsraten und werde medizinisches und Pflegepersonal gesucht. Und auf privatwirtschaftliche Entscheidungen habe die Politik wenig Einflussnahme.

Otterndorfs Bürgermeister Thomas Bullwinkel (CDU) war im Beirat ebenfalls zugegen: "Das Krankenhaus ist uns wichtig - und wir wollen auf jeden Fall, dass es erhalten bleibt. Dafür werden wir alles tun und kämpfen." Er unterstrich: Die Leute möchten dort weiter gern arbeiten. Wir müssen es schaffen, Ruhe reinzubekommen und die Patientenzahlen zu halten."

Aus dreierlei Gründen hält Land Hadelns Samtgemeindebürgermeister Harald Zahrte das Krankenhaus als unverzichtbar für die Region: Wegen seiner medizinischen Grundversorgung, als Arbeitgeber sowie als Standortfaktor. "Für Otterndorf und die gesamte Samtgemeinde ist diese Einrichtung als Haus der medizinischen Grundversorgung überlebenswichtig. Sie muss in guter Qualität bei bestmöglicher Behandlung erhalten bleiben."

Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

wkramp@no-spamcuxonline.de

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