Renate Kantschat war ein Aktivposten in mehreren Cuxhavener Vereinen. Foto: Baumann
In vielen Vereinen

Nachruf: Erinnerung an eine aktive und engagierte Cuxhavenerin

von Thomas Sassen | 25.07.2020

CUXHAVEN. Die Cuxhavenerin Renate Kantschat ist im Alter von 78 Jahren verstorben. Sie hatte sich in mehreren Vereinen tatkräftig engagiert. Eine Erinnerung.

Renate Kantschat war eine Kämpferin, die selbstbewusst und geradlinig durchs Leben ging. Die Corona-Beschränkungen haben sicher einen großen Anteil daran gehabt, dass die kontaktfreudige Witwe kürzlich selbstbestimmt aus dem Leben getreten ist. Ihre Lebenslust war erloschen, sagte Pastor Marcus Christ während des gut besuchten Trauergottesdienstes in der Martinskirche. Neben der Familie waren zahlreiche Freunde und Wegbegleiter gekommen, um der beliebten Cuxhavenerin die letzte Ehre zu erweisen.

Großes Organisationstalent

Renate Kantschat war ein geselliger Mensch. Sie engagierte sich in mehreren Cuxhavener Vereinen, darunter im Förderverein Schifffahrtsgeschichte, wo sie zu den Aktivposten im Fischereimuseum und im "Forum Maritim" gehörte. Kein Fest, das sie nicht maßgeblich mit vorbereitete. Dabei stellte sie jedes Mal ihr Organisationstalent unter Beweis.

Außerdem hatte sie die Gabe, offen auf Menschen zuzugehen und sie zu motivieren mitzumachen. Für ihre Verdienste um das Fischereimuseum, aus dem später das städtische Museum "Windstärke 10" wurde, wurde Renate Kantschat mit dem "silbernen Hering" ausgezeichnet.

Mit dem Rad unterwegs

Nicht erst als Rentnerin fand sie Spaß am Singen (sie war Mitglied der Döser Liedertafel) und zuletzt auch am Spiel der C-Blockflöte. Außerdem schloss sie sich der Radfahrgruppe des ATSC an, mit der sie viele schöne Touren nicht nur in die Cuxhavener Umgebung unternahm. Überhaupt konnte sie in den letzten Jahren ihrer Lust am Reisen nachgehen, besuchte Norwegen, Litauen und mehrmals ihre frühere Heimat Schlesien.

Renate Kantschat stammte aus Hohenliebenthal (Lubiechowa), wo sie 1942 als viertes von fünf Kindern geboren wurde. 1946 flüchtete die Familie in den Westen. In Altenbruch fand sie eine neue Heimat. Als junges Mädchen besuchte Renate Kantschaft die landwirtschaftliche Berufsschule und wechselte 1963 ins Hotelfach. Nach einer Zeit in Bayern kam sie wieder zurück nach Cuxhaven, wo sie unter anderem im Hotel Seelust und bei Donner arbeitete.

Beim Staatshochbauamt

Einige Jahre war sie bei der Reederei Nordsee als Rechnungsprüferin beschäftigt, bevor sie mit 39 Jahren zum Staatshochbauamt im Elfenweg wechselte. Dort arbeitete sie bis zum Ruhestand 2004. 2008 verstarben ihr Ehemann Günter und 2019 ihre Schwester Christa, was die Zurückgebliebene sehr belastete und aus der Bahn geworfen hat. Viele Cuxhavener werden sich dankbar an Renate Kantschat erinnern, die in Vereinen, in denen sie lange Jahre aktiv mitgemischt hat, eine schmerzliche Lücke hinterlässt.

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Thomas Sassen

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

tsassen@no-spamcuxonline.de

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