Horst Heumann war der Macher und Organisator im Hintergrund bei den Cuxhaven BasCats. Exemplarisch ist dieses Bild, während sich Spieler Freddy Kleemichen (l.) und Co-Trainer Benas Matkevicius (r.) über einen Sieg freuen, beobachtet Neumann die Szenerie vom Anschreibetisch aus. Foto: Lütt
Basketball

Nachruf für Cuxhavener Basketball-Legende: Ein wuseliger Macher und Helfer

von Frank Lütt | 10.06.2021

CUXHAVEN/BERLIN. Der gebürtige Cuxhavener Horst Neumann ist vor knapp über einer Woche in seiner Wahlheimat Berlin gestorben.

Die Cuxhavener Basketball-Szene trauert um einen früheren Klassespieler, einen anpackenden Macher und engagierten Helfer. Horst Neumann wurde 73 Jahre alt.

Er war zwar der ältere der Neumann-Brüder, aber er war derjenige, der sich eher lieber im Hintergrund aufgehalten hatte. Während sein Bruder Peter über viele Jahre als der Macher und Geschäftsführer der Cuxhaven BasCats den hiesigen Basketball bundesweit in die Schlagzeilen brachte, war Horst der Organisator und Arbeiter, der überall im Einsatz war, wo er gebraucht wurde oder er sprang dort ein, wo jemand fehlte. Er kümmerte sich unter anderen um ganz viele Belange der Spieler, um Abläufe in der Geschäftsstelle oder war auch bei den Spielen im Kampfgericht aktiv.

So unterschiedlich der Drang der eigenen Außendarstellung war oder sie eben positionsbedingt nicht gleich sein konnte, so einte die Neumann-Brüder aber eines: Die Liebe für den Sport und hier insbesondere für den Basketball. Die Grodener Jungs waren durch und durch Ballsportler, waren unter anderem hervorragende und gefürchtete Kicker. Sie spielten mit einigen Cuxhavener Koryphäen zusammen, die später den hiesigen Fußball auszeichneten. Die Klasse, um mit den Besten mitzuspielen, hätten sie allemal gehabt, aber sie entschieden sich letztendlich für Basketball.

Horst Neumann war dann Mitglied einer legendären Mannschaft vom Cuxhavener Sportverein (CSV), die im Pokalwettbewerb des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) in der Hermann-Allmers-Halle auf Betonboden gegen Bundesligisten kämpfte. "Noddel" Neumann, so sein Spitzname, war einer der Jüngsten im Team, brachte es aber auf die meisten Punkte. Der wieselflinke Flügelspieler hatte nämlich eine nicht zu verteidigende Waffe, das war seine linke Hand. Und in den gut 50 Jahren, in denen Horst aktiv Basketball gespielt hat, wurde er deshalb fast nie beim Korbwurf geblockt. Wenn er auf dem linken Flügel seinen Wurf mit Links aus der Hüfte heraus ansetzte, glich das eher einem schnellen Hakenwurf. Und wenn er verteidigte, war das für die Gegner unangenehm, weil er so schnell auf den Beinen war und seine noch schnelleren Hände häufig den Ball stibitzten. Selbst als er schon die 60 überschritten hatte, war diese Spielweise noch gefürchtet, wenn er mit seinen Oldies von Rot-Weiss trainierte. Horst Neumann hat auch schon früh Verantwortung innerhalb der Basketballszene übernommen, diverse Posten bekleidet. Das Organisieren lag dem früheren Disponenten einer Spedition. Seine Leidenschaft für den Sport übertrug sich auch auf seine beiden Töchter.

Vor einigen Jahren entschied sich Horst Neumann, mit seiner zweiten Frau Marina nach Berlin zu ziehen. Basketball ließ ihn nicht los, auch nach schweren Erkrankungen. Er war nämlich weiterhin regelmäßiger Gast bei den Spielen von Alba Berlin und hätte jetzt sicherlich gern die Endspielserie gegen Bayern München verfolgt.

Seine Frau und seine Familie dürfen sich des aufrichtigen Mitgefühls der großen Basketball-Familie gewiss sein. Tschüss, Noddel!

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Frank Lütt

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

fluett@no-spamcuxonline.de

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