Modernste Technik kommt bei den minimalinvasiven Operationen von Galle, Blinddarm oder Leiste zum Einsatz: Über den neuen Laparoskopieturm freuen sich Dr. Annette Rodehorst, Dr. Sven Meder, OP-Leitung Jill Spradau, und Chefarzt Dr. Marcus Relitz. Foto: Weber
Aus der Klinik

Neue Krankenhaus-Technik in Otterndorf sorgt für schärfere Bilder aus der Bauchhöhle

von Wiebke Kramp | 28.06.2022

OTTERNDORF. In das rekommunalisierte Krankenhaus Land Hadeln wird investiert. Dieses mannshohe Gerät kostet mit 70 000 Euro so viel wie ein SUV der gehobenen Klasse - und die dazu passenden Instrumente schlagen noch einmal mit rund 100 000 Euro zu Buche.

In das rekommunalisierte Krankenhaus Land Hadeln wird investiert. Dieses mannshohe Gerät kostet mit 70 000 Euro so viel wie ein SUV der gehobenen Klasse - und die dazu passenden Instrumente schlagen noch einmal mit rund 100 000 Euro zu Buche. Der Laparaoskopieturm sorgt im OP für scharfe, hochauflösende Bilder aus dem Bauchraum.

Der neue Laparoskopieturm bildet den Bauchraum bildnerisch mit einer größeren, besseren Bildqualität und höheren Auflösung ab als sein Vorgängermodell, so Dr. Marcus Relitz. Chefarzt als Leiter der Bereiche "Allgemeine Chirurgie und Viszeralchirurgie".

Erkrankung der Organe in der Bauchhöhle sichtbar

Der Laparoskopieturm wird bei vielen minimalinvasiven Eingriffen, also Operationen, die mit kleinen Schnitten auskommen, eingesetzt.

Mit einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) kann eine Erkrankung der Organe in der Bauchhöhle festgestellt und behandelt werden. Durch diese endoskopischer OP - so der Fachbegriff - lassen sich Körperhöhlen und Hohlorgane auf dem Laparoskopieturm betrachten und behandeln - das gelte, so Dr. Relitz, vom Blinddarm über Galle bis zum Dickdarm, Leistenbrüche oder komplexere Organen wie das Zwerchfell.

Nur kleine Schritte notwendig

Das neue Gerät verfügt über Anschlüsse für verschiedene Arten und Größen von speziellen Instrumenten, die zwecks optischer Untersuchung der Bauchhöhle und der in ihr liegenden Organe durch die Bauchdecke eingeführt werden. Bei der OP von Hernien wie Leistenbrüchen sind drei kleine Schnitte notwendig, bei Gallen drei bis vier Schnitte und beim Darm werden vier Schnitte gesetzt. Die Bilder werden direkt auf den Bildschirm übertragen. Das besondere an diesem Gerät ist, dass mittels fluoreszierenden Leuchtmittels Gewebedurchblutungen während der Operation dargestellt werden können. "So erkennt man bei der OP, ob Störungen vorliegen", erläutert der Chefarzt.

Gerade bei schwierigen Verhältnissen zum Beispiel bei Gallenoperationen verspricht sich der Mediziner viel, weil durch den entsprechenden Leucht-Farbstoff, der zuvor durch die Vene gegeben wird, für den Operateur auch die genaue Darstellung der Gallenwege erfolge. Dadurch sei man noch besser vorbereitet.

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Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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