Könnte am Strichweg der Anbau für die Schule am Meer entstehen? Foto: Reese-Winne
Kommentar zur Grundstückssuche

Neuer Platz für die Erweiterung der Schule am Meer?

von Maren Reese-Winne | 02.10.2019

Achselzuckend wurden von einigen die Belange der Schule am Meer abgetan.

Dabei geht es nicht um eine Hülle, sondern um Kinder mit zum Teil schwersten Beeinträchtigungen und um die Fachkräfte, die sich bemühen, ihnen die bestmöglichen Voraussetzungen dafür zu bieten, ihr Leben einmal selbstbestimmt bewältigen zu können. Die Bedingungen dafür sind beschämend, die Improvisation ist Programm und die Außenstelle in der Kaserne aus Kaisers Zeiten nichts als eine temporäre Notlösung. Tja, kann sich der Landkreis kümmern. Der, der für die von der Stadt übernommene Bleickenschule Container hingestellt hat, gerade die Geschwister-Scholl-Schule in die Lage versetzt, endlich einen naturwissenschaftlichen Unterricht anbieten zu können, der ihr die Anerkennung als MINT-Schule erlaubt, der, der die Altenwalder Schwimmhalle in die Neuzeit überführt hat, der, der für 30 Millionen in Dorum baut und wahrscheinlich auch der, der in näherer Zukunft die Rundturnhalle wohl eher nicht ersetzen wird.

Ach ja, und der, der auf Geheiß der Politik mehrere Varianten für mögliche Neubauten von Bleickenschule und Schule am Meer erstellt hat, die Investitionen in Höhe von bis zu 42,5 Millionen Euro bedeutet hätten. Da erscheinen doch die auf rund zehn Millionen Euro geschätzten (durch die gute Konjunktur bestimmt schon gestiegenen) Kosten für die Erweiterung am derzeitigen Standort realistischer.

Gut, wer vor den Weiden steht, stellt fest, dass der Platz nicht unerschöpflich ist. Neben dem Straßenbau soll das schön gelegene Gelände für Wohnzwecke vermarktet werden - vielleicht ja solche in der Güteklasse wie in der Annenstraße (Lotsenviertel), wo die städtische "Siedlung" eine Zweizimmerwohnung zum Preis von 782,40 Euro Kaltmiete anbietet. Oder im Abendrothquartier, wo zwar für einen bestimmten Anteil an Wohnungen eine gelobte Sozialklausel vereinbart wurde, aber auch Mietpreise von 1615 Euro (immerhin inklusive Betriebskosten und Stellplatz) für eine Dreizimmerwohnung oder - unter anderem von der Stadtsparkasse - Kaufpreise von 327 000 Euro für eine 100-Quadratmeter-Dreizimmerwohnung oder über 600 000 Euro für eine Penthouse-Wohnung aufgerufen werden.

Mieter und Käufer finden sich leicht. Doch wie weit entfernt man sich damit von der Basis oder in diesem Fall von den Kindern, die ein gutes Lernumfeld am nötigsten haben. Die politischen Gremien von Stadt und Kreis - besetzt nicht selten mit denselben Personen - tun gut daran, einen Streifen für die Schule am Meer abzuzwacken, auf dem diese endlich wieder zu einem Ganzen werden kann. Denn für jede Lösung, die teurer wird, holt sich der Landkreis sowieso das Geld wieder heran - durch Einsparungen an anderer Stelle oder über die Kreisumlage. Und da ist bekanntermaßen die Stadt der größte Einzahler.

Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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