Schülerprojekt:

Neun Stolpersteine und ein Film

02.10.2014

CUXHAVEN. Sie haben im Internet recherchiert, einschlägige Bücher gelesen, alte Zeitungsartikel ausgewertet und mit Zeitzeugen gesprochen: Eine ganze Reihe junger Cuxhavener Schülerinnen und Schüler beschäftigte sich in den zurückliegenden Monaten intensiv mit dem Schicksal jüdischer Mitbürger, die einst in Cuxhaven ihr Zuhause hatten und die in Zeiten des Nationalsozialismus verfolgt, verschleppt und ermordet wurden. Im Rahmen des Projektes Stolpersteine, das in diesem Jahr fortgesetzt wird, wird die Vita dieser Mitbürger in den Fokus gerückt und ihrer durch weitere Stolpersteine gedacht.

„Wir hatten immer die Idee, dass wir die Stolpersteine auch in Cuxhaven verlegen. Aber irgendwie kam es nicht dazu. Denn ich war immer der Meinung, dass man das Projekt unbedingt mit jungen Menschen zusammen realisieren sollte. Es hat keinen Sinn, dass wir als Erwachsene das machen. Wichtig ist, dass junge Menschen sich mit diesem Thema beschäftigen. Das hat dann auch geklappt. Wir haben eine Förderung für die Stadt Cuxhaven hinbekommen und uns dann mit einem Team von Lehrern zusammengetan und haben uns überlegt, wie wir das Projekt angehen“, sagt Bürgermeisterin Erika Fischer in dem Filmbeitrag.

„Angefangen hat es mit der Anne-Frank-Ausstellung. Ganz am Anfang, vor zwei Jahren, ging es mir einfach darum, den Unterricht zu schwänzen. Doch im Laufe des Projektes habe ich wirklich Empfindungen gehabt. Ich hatte Mitleid und ich habe wirklich mitgefühlt mit den Opfern vom Nationalsozialismus. Mittlerweile geht es mir darum, Wissen zu sammeln, nachzufühlen und dann wieder zu vermitteln“, sagt die AAG-Schülerin Sarah Joy Hahn. Ihre Schulkameradin Charlotte Bohlmann bekennt in dem Film: „Teilweise hatten wir alle Tränen in den Augen, als es um die Schicksale ging.“

Anlässlich der jüngsten Verlegung von neun weiteren Stolpersteinen an der Steinmarner Straße 10, der Poststraße 11 und der Großen Hardewiek 1 – unsere Zeitung berichtete am 18. September bereits ausführlich – stellten Schüler Vincent Luthardt und Fabian Steine die Vita von Hanna Erdmann vor. Jannek Prange, Merlin Daewers und Sophie Rieger erinnerten an das Schicksal der Familie Blumenthal und Maximilia Kipf, Hannah Wiese und Alina Buschhüter hatten umfangreiche Informationen über die Familie Ehrlich zusammengetragen.

Auch Dr. Frauke Dettmar kommt in dem Filmbeitrag zu Wort. Sie erinnerte bei der aktuellen Stolpersteinverlegung an die jeweiligen Familien und gab vor deren einstigen Wohnorten weitere Informationen.

„Das, was wir aus der Geschichte lernen können, ist, dass wir bei uns anfangen müssen, indem wir lernen, andere Leute, die eine andere Religion oder eine andere Hautfarbe oder einen anderen Hintergrund haben, zu akzeptieren. Wir müssen sie gar nicht alle lieben. Einfach zu akzeptieren, das die auch da sind und das die genauso ein Recht haben hier mit uns zu leben. Wenn wir diese kleinen Schritte schon im Schulalltag hinkriegen und kapieren, dann ist schon sehr viel gewonnen“, sagt Dr. Frauke Dettmar.

Bürgermeisterin Erika Fischer möchte das Projekt gern im Jahr 2015 fortsetzen. Schüler wollen sich dann mit von den Nazis politisch verfolgten Cuxhavenern beschäftigen.

Von Jens Potschka

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