In der Metall- und Elektroindustrie werden die Konjunkturaussichten pessimistischer eingeschätzt. Foto: Archiv
Industrie

Nordmetall: Konjunktur trübt sich ein

14.05.2019

HAMBURG/KREIS CUXHAVEN. Die Konjunktur in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie trübt sich nach Angaben von Arbeitgeberverbänden weiter ein.

Der negative Konjunkturtrend vom vergangenen Herbst setze sich auch in diesem Frühjahr 2019 fort, teilte Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch in Hamburg mit. "Der Kostendruck auf die norddeutsche Industrie steigt weiter, besonders der Mangel an ausbildungsfähigen Jugendlichen belastet die Unternehmen mehr denn je." Dies erhöhe die Tendenz unter den Unternehmen, ins "erheblich günstigere" Ausland abzuwandern, teilte Lambusch mit. Er forderte die Politik auf, mit Steuererleichterungen, Bürokratieabbau und Investitionen gegenzusteuern.

An der Befragung der M+E-Arbeitgeber im Norden beteiligten sich 164 Unternehmen mit rund 107 800 Beschäftigten. Die Umfrage wird von Nordmetall, vom Allgemeinen Verband der Wirtschaft Norddeutschlands (AGV Nord) und Arbeitgeberverbänden in Oldenburg und Ostfriesland im Frühjahr und Herbst veranlasst. Deutlich zugenommen habe unter den Unternehmen die Verunsicherung aufgrund der Entwicklung in der internationalen Politik und wegen protektionistischer Handelsstreitigkeiten.

Erstmals hat fast die Hälfte (49 Prozent) der Firmen die Situation auf dem Ausbildungsmarkt als schlecht oder unbefriedigend bewertet. Hinzu kommt für 62 Prozent eine schlechte oder unbefriedigende Verfügbarkeit von Fachkräften, unter der den Verbänden zufolge vor allem Betriebe mit weniger als 500 Beschäftigten litten.

Bei der konjunkturellen Bewertung hat vor allem die Zahl der Firmen zugelegt, die eine Verschlechterung ihrer Geschäfte erwarten. Ihr Anteil stieg von einem Zehntel auf fast ein Fünftel. Nur noch 15 Prozent der Firmen - statt zuvor 19 Prozent - erwarten im nächsten halben Jahr eine bessere Lage, zwei Drittel gleichbleibendes Geschäft (Herbst: 70 Prozent). Die Kapazitätsauslastung verharre nach dem starken Rückgang im vergangenen Herbst bei rund 87 Prozent - und damit auf dem Niveau vom Frühjahr 2014. (dpa)

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