Ein toter Grindwal liegt im Watt vor Juist. Insgesamt drei verendete Grindwale sind vor der niedersächsischen Küste im Nationalpark Wattenmeer angetrieben worden. Foto: Wagner
Tiere

Nordsee: Grindwale verenden vermutlich nach Stress

08.11.2019

WILHELMSHAVEN. Drei verirrte Grindwale sind nach ihrer Strandung an der niedersächsischen Küste vermutlich an Herz-Kreislauf-Versagen verendet.

Davon gehen Experten beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) aus. Die toten Wale hätten bei Untersuchungen einen guten Allgemein- und Ernährungszustand gezeigt, sagte Laves-Sprecherin Hiltrud Schrandt am Freitag.

Ein Kadaver war bereits am Dienstag bei der Insel Juist entdeckt worden. Ein weiterer Kadaver wurde nach Angaben der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven an der Leybucht zwischen Norddeich und Greetsiel (Kreis Aurich) gesichtet. Ein dritter toter Wal wurde westlich von Borkum in der Außenems von einem Behördenschiff geborgen.

Die geschützten Langflossengrindwale gehören zur Familie der Delfine und kommen auf der Nordhalbkugel vor allem im Atlantik vor. Ihre bevorzugte Nahrung sind Tintenfische, die sie in Tiefen von mehreren Hundert Metern erbeuten. In der flachen Nordsee ist das jedoch problematisch. So war der Magen- und Darmtrakt der Tiere nach Laves-Angaben vollkommen leer - es wurden weder Nahrungsreste noch Fremdkörper nachgewiesen.

Gewebeproben der Grindwale werden jetzt von den Lebensmittel- und Veterinärinstituten Oldenburg und in Hannover weiter untersucht. Bei der ersten Begutachtung hatte ein Laves-Pathologe keine inneren oder äußeren krankhaften Veränderungen festgestellt. (dpa)

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