Die Nordseewoche sorgt für spektakuläre Bilder. Foto: Nordseewoche/A. Specht
Segel-Großereignis

Nordseewoche: Segler zwischen den Extremen

09.06.2019

CUXHAVEN/HELGOLAND. Der Flaute des ersten Regattatags der Nordseewoche folgten Starkwind und Schauerböen in Sturmstärke.

Rund einhundert Yachten folgten dennoch dem Ruf der Veranstaltung nach Helgoland. Viele kamen schon am Freitagabend von Cuxhaven und nutzten die Chance einer eigens dafür spontan eröffneten Sondergruppe im Sundowner Race der Budweiser Budvar Early Bird Series.

 Auch Segler von der Westküste Schleswig-Holsteins, aus Bremerhaven und Wilhelmshaven machten sich in der Nacht zum Sonnabend Richtung Insel auf, nachdem ihre Zubringerregatten abgesagt wurden. Vielleicht auch deswegen folgten die Crews am Abend so zahlreich dem Ruf in die Helgoländer Nordseehalle zur größten Seglerparty der Deutschen Bucht. Marcus Boehlich, Organisationsleiter der Nordseewoche, freute sich besonders, zu Beginn der Preisverleihung das um weitere drei Jahre verlängerte Engagement der "boot Düsseldorf" bei der Nordseewoche bekannt zu geben. "Segeln ist die Seele des Wassersports und deshalb konzentrieren wir unser Sponsoring auch auf Segelveranstaltungen. Die Nordseewoche ist eine der Veranstaltungen, die wir besonders lieben. Denn es ist wichtig, dass wir den Segelsport vorantreiben und junge Leute davon begeistern", sagte Petros Michelidakes, Direktor der "boot Düsseldorf",  und dankte vor allem den Seglern, die sich trotz des Wetters auf die Hochseeinsel aufgemacht haben. Als weiterer großer Sponsor der Nordseewoche hat die Brauerei Budweiser Budva verkündet, ihr Nordseewoche-Engagement ebenfalls für weitere drei Jahre zu verlängern.

Die stürmischen Böen über Helgoland am Sonnabend machten das Starten der Regatten des Hummer-Cups nicht möglich. Die Serie war damit auf nur auf das erste Rennen reduziert: First Ship Home des Sundowner Race wurde auch in diesem Jahr die rund 20 Meter lange STP65 "Milan" mit Steuermann Dr. Uwe Lebens vom Norddeutschen Regatta Verein. Das als Rennjacht konzipierte Schiff ist für diese und auch für die meisten anderen Regatten der Nordseewoche allein durch ihre Größe klar für diese Position gesetzt. Spannend wird es dadurch nach der berechneten Zeit, die den Größenvorsprung deutlich mindert. Gesamtsieger der Budweiser Budva Early Bird Series als schnellstes Schiff nach berechneter Zeit über alle Rennen wurde die "static electric" mit Steuermann Heiko Päsler von der Seglervereinigung Cuxhaven.

Er gewann damit den Hummer-Cup als Wanderpreis. Erstmals traten beim Sundowner auch die Segler der neuen Doublehand-Challenge an. Hier setzte sich die "Lotta", gesteuert von Michael Matzke, durch.

Nachdem viele Yachten am Vorabend Helgoland angesteuert hatten, trotzten bei der einzigen Regatta am Sonnabend nur 16 Schiffe im Startfeld des Minox Cup Cuxhaven Helgoland den von Nordseewoche Seewetterexperten Meeno Schrader vorhergesagten Starkwindbedingungen. Ihnen bot sich ein Tag mit außergewöhnlichem Segeln auf der Nordsee bei moderaten Bedingungen und langsam zunehmendem Wind. Die letzten Teilnehmer erreichten, wie vorhergesagt, mit den ersten Böen um Windstärke acht den sicheren Hafen. Als erstes Schiff des Minox Cup traf die Amuse-Bouche mit Steuermann Klaus-Thomas Krüger vom Altonaer Segel Club an der Ziellinie ein und gewann auch ein nagelneues Fernglas als Sonderpreis des Minox Cups. Erstes Schiff nach berechneter Zeit ORC international und damit Träger des Rubinpreises 2019 wurde die von Daniel Baum gesteuerte Yacht "Elan" unter dem Stander des Hamburger Segelclubs.

Der Pfingstsonntag auf Helgoland steht klar im Zeichen des Capitell Cups rund Helgoland. Pünktlich zum Start um 9.30 Uhr verzogen sich die letzten Wolken und ermöglichten, unter traumhaften Begingungen zu segeln. "Ich freue mich für meine Segler", sagte der sichtlich erleichterte Wettfahrtleiter der Nordseewoche, Albert Schweizer. Unter sonnigen vier Windstärken umrunden knapp 60 Yachten beide Helgoländer Inseln. 

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