Gesundheit

Norovirus-Ausbruch erfasst auch Helios-Klinik Cuxhaven

10.02.2017

CUXHAVEN. Angesichts von 16 Norovirus-Patienten hat die Helios-Klinik Cuxhaven sicherheitshalber verschiebbare Operationen abgesagt. Von Maren Reese-Winne  

Das Krankenhaus hat am Mittwoch entschieden, die Patienten, die für die nächsten Tage zu geplanten Eingriffen einbestellt waren, anzurufen und die Operationen zu verschieben. Notfallpatienten werden aufgenommen.

„Alle betroffenen Patienten wurden sofort isoliert; umfangreiche hygienische Maßnahmen nach dem Helios-Leitfaden der Krankenhaushygiene umgesetzt“, berichtet Kliniksprecherin Anja Brandt, die auch anregt, auf nicht unbedingt erforderliche Besuche im Moment zu verzichten.

Vorsichtsmaßnahmen

Zu den Vorsichtsmaßnahmen zählen eine häufigere Reinigung des Zimmers und eine häufige und spezielle Händedesinfektion mit virusbekämpfendem Händedesinfektionsmittel. Alle Mitarbeiter und Besucher in Kontakt zu Betroffenen tragen Einmalhandschuhe und -kittelschürzen, Haube und Mund-Nasenschutz.

„Die Erkrankung ist zwar sehr unangenehm, für gesunde Menschen aber meist problemlos zu bewältigen. Die Symptome klingen häufig nach etwa drei Tagen wieder ab. Wir treffen jetzt alle Vorsichtsmaßnahmen, um weitere Patienten zu schützen“, erklärt Dr. Mohamed Al-Mwalad, Ärztliche Direktor der Helios-Klinik Cuxhaven. Gefährdet seien Patienten mit Abwehrschwäche und ältere Menschen, wenn durch Erbrechen und Durchfall viel Flüssigkeit und Salze verloren gehen.

Wir haben die Situation unter Kontrolle und bewerten den Umgang damit täglich neu. Wir gehen derzeit davon aus, dass der Normalbetrieb der Klinik in wenigen Tagen wieder aufgenommen werden kann“, erläutert Dr. Al-Mwalad.

Der Kontakt zum Gesundheitsamt des Landkreises ist eng. „Das Krankenhaus hat hier eine offene Politik“, betont Dr. Kai Dehne, beim Kreis unter anderem zuständig für die Gesundheitsvorsorge.

Ältere Menschen, Kinder und Menschen, deren Immunsystem aufgrund einer Krankheit geschwächt ist, liefen besonders hohes Risiko, sich anzustecken und bei ihnen sei der Verlauf auch besonders aufmerksam zu überwachen.

166 bekannte Fälle im Kreis

Noroviren sind weltweit verbreitet und treten besonders in den Monaten von Oktober bis März vermehrt auf. Derzeit werden in Deutschland besonders viele Noro-Fälle gezählt; der Kreis Cuxhaven ist dabei keine Ausnahme. „Mehrere Altenheime, Kinder-Gemeinschaftseinrichtungen und Krankenhäuser im gesamten Kreis sind betroffen“, so Dr. Kai Dehne. Am Donnerstag waren kreisweit 166 Fälle bekannt (die Erkrankung ist meldepflichtig); im gleichen Zeitraum waren es im vergangenen Jahr nur 120.

„Wichtigste Vorbeugung ist die Händehygiene“, so Dr. Kai Dehne. Einrichtungen müssten sich unbedingt an ihre Hygienepläne halten. Die Viren werden durch Schmierinfektion übertragen; in Durchfall und Erbrochenem sind sie massenhaft enthalten. Kleinste Virenmengen reichen, um sich anzustecken. Eine Ansteckungsgefahr über die Atemluft besteht nicht.

„Nach dem Toilettenbesuch die Hände mindestens 20 bis 30 Sekunden mit Seife waschen und die Fingerzwischenräume nicht vergessen“, rät der Facharzt für Allgemeinmedizin und öffentliches Gesundheitswesen.

Die Erkrankung fange sehr heftig an, Betroffene fühlten sich von Beginn an sehr krank und litten unter heftigen Magen-Darm-Beschwerden mit starker Übelkeit, schwallartigem Erbrechen, Bauchkrämpfen, Durchfällen und Kreislaufbeschwerden. Dieser Zustand könne etwa zwölf bis 48 Stunden anhalten.

Die Kranken sollten Bettruhe halten und unbedingt weiter die Hygieneregeln beachten. „Sind die Menschen schwer krank, bitte unbedingt Rücksprache mit einem Arzt halten“, rät Dr. Dehne.

Auch mehr Grippefälle

Derartige Noro-Ausbrüche sind nichts Außergewöhnliches und sie kommen häufig nicht allein: Auch eine Grippe-Welle grassiert in Deutschland – auch hier sei der Kreis mitten drin, bestätigt Dr. Kai Dehne.

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