In Loxstedt ist ein Polizist bei einem Einsatz schwer verletzt worden. Der mutmaßliche Täter war psychisch krank. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa 
Zwei Einsätze in Folge

Notoperation in der Nacht: Tierhalter aus Loxstedt verletzt Polizisten schwer

von Redaktion | 16.11.2020

LOXSTEDT. Ein Tierhalter aus Loxstedt hat einen Polizisten schwer verletzt. Die Polizei musste zweimal dort anrücken - am Ende wurde der Mann in eine Psychiatrie gebracht.

Der Polizei wurde am vergangenen Freitag (13.11.2020) gemeldet, dass es in der Gemeinde Loxstedt zu einem Verstoß gegen tierschutzrechtliche Bestimmungen kommt. 

Die eingesetzten Beamten konnten den Verursacher auf dessen Grundstück antreffen und fanden den Hinweis bestätigt, heißt es in einer Mitteilung. Sie forderten ihn vergeblich dazu auf, den polizeilichen Anweisungen Folge zu leisten. 

Im Rahmen der weiteren Einsatzabwicklung wurde der Betroffene durch Anwendung von Zwang überwältigt, heißt es weiter. Dabei wurde ein Polizeibeamter durch den 40-Jährigen mit einem Messer schwer am Arm verletzt.

Strafverfahren eingeleitet 

Der Beamte musste stationär in ein Krankenhaus aufgenommen werden und wurde noch in der Nacht notoperiert. Der Verursacher wurde ebenfalls leicht verletzt und zur Versorgung dieser Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. 

Gegen den nunmehr Beschuldigten wurden Strafverfahren unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und des tätlichen Angriffs auf Polizeivollzugsbeamte eingeleitet. 

Psychische Beeinträchtigungen

In Absprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft kam die Beantragung eines Untersuchungshaftbefehls vor dem Hintergrund der offensichtlichen psychischen Beeinträchtigungen des Beschuldigten nicht in Betracht. 

Durch die eingebundenen niedersächsischen Behörden hätte die Einweisung des Beschuldigten in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung nach den Bestimmungen des Niedersächsischen Gesetzes über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke (NPsychKG) erfolgen sollen. 

Zweiter Einsatz mit SEK

Da die medizinische Behandlung des Verursachers nach dem polizeilichen Zugriff aber in einem Bremerhavener Krankenhaus stattfand, wechselte die Zuständigkeit für diese Entscheidung auf die Behörden des Bundeslandes Bremen über. 

Diese folgten der Einschätzung der niedersächsischen Behördenvertreter nicht, weshalb der Beschuldigte nach entsprechender Begutachtung noch am Nachmittag des 14.11.2020 das Krankenhaus verlassen durfte. 

Am selben Tag, ab etwa 18:00 Uhr, wurde erneut ein polizeilicher Einsatz auf dem Grundstück dieser Person ausgelöst. Anlass war ein wiederholt zutiefst verstörendes Verhalten, welches die Person außerhalb der eigenen vier Wände an den Tag legte, wie die Polizei es beschreibt. 

Einweisung in Psychiatrie

Vor dem Hintergrund der Einsatzerfahrungen des Vorabends erfolgte die Ingewahrsamnahme der betroffenen Person am Abend des Samstages mit Unterstützung von Polizeikräften eines Spezial-Einsatz-Kommandos aus Bremen. 

Die betroffene Person konnte unverletzt in Gewahrsam genommen werden und wurde erneut begutachtet. Nunmehr erfolgte die Einweisung nach den Bestimmungen des NPsychKG in eine psychiatrische Heilanstalt.

Im Hinblick auf die laufenden Ermittlungsverfahren sieht die Polizei von weiteren Auskünften in dieser Sache ab. Der verletzte Beamte befindet sich nach wie vor in stationärer Behandlung und wird noch einen längeren Genesungsprozess durchlaufen.

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